Geringere Anforderungen in der Fahrschule - ja oder nein?
Autor: Maurice Dirker, dpa
, Mittwoch, 28. Januar 2026
Der Führerschein soll günstiger werden. Dazu soll es Änderungen in der Ausbildung und Prüfung geben. Sind die sinnvoll?
Ein Autoführerschein ist inzwischen alles andere als günstig. Die Kosten liegen je nach Region bei bis zu 3.500 Euro und mehr. Mit einer Reform der Ausbildung will das Bundesverkehrsministerium die Kosten wieder senken.
Geplant sind unter anderem: weniger Fragen in der Theorieprüfung, kein verpflichtender Präsenzunterricht mehr und weniger Sonderfahrten etwa nachts oder auf Autobahnen. Was spricht dafür und was dagegen?
Das spricht für die vorgeschlagenen Änderungen
Die derzeitigen Anforderungen für Sonderfahrten seien überzogen, sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung. Abstriche seien möglich, solange je eine Autobahn-, Nacht- und Überlandfahrt Pflicht bleibe. Es sei auch denkbar, ergänzend Sonderfahrten im Simulator durchzuführen, sofern die Technik Qualitätsstandards erfülle.
Vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat heißt es: «Insbesondere das gefahrlose Überholen lässt sich effizient im Simulator trainieren». Eine Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung ist laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Auto Clubs Europa (ACE) ebenfalls offen für ergänzende Simulator-Fahrten, etwa um das Schalten zu üben.
Die Chef-Unfallforscherin im Gesamtverband der Versicherer Kirstin Zeidler sagt zudem, in der Theorieprüfung würden inzwischen viele technische Themen abgefragt, die nicht unbedingt notwendig seien.
In dem Bereich seien sicherlich Kürzungen möglich, sofern sicherheitsrelevante Fragen erhalten blieben. Auch der Automobilclub von Deutschland hält eine «Entschlackung» der rund 1.200 Fragen, aus denen in der Prüfung ausgewählt wird, für möglich.
Vom ADAC hieß es, mit der Möglichkeit für mehr Online-Theorieunterricht oder dem Einsatz von Simulatoren lägen relevante Eckpunkte für eine Reform vor.