Gerichtsantrag enthüllt Details zu gescheiterter Hinrichtung
Autor: dpa
, Samstag, 03. Oktober 2026
Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen und befindet sich nun in kritischem Zustand. Ihre Anwälte berichten von schweren Komplikationen bei der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee.
Die im US-Bundesstaat Tennessee zum Tod verurteilte Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten nach ihrer gescheiterten Hinrichtung weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Pike sei intubiert und werde in einem Krankenhaus in Nashville künstlich beatmet, schrieben Pikes Anwälte in einem Gerichtsantrag vom Freitag.
Die 50-Jährige sollte am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Doch nachdem ihr nach Angaben der Behörden die im Protokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden waren, lebte sie weiter.
Pike befindet sich demnach seit der gescheiterten Hinrichtung in kritischem Zustand. Das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten und das verabreichte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen, schrieben die Anwälte.
Weitere Details zu gescheiterter Hinrichtung
Am Donnerstag hatte Pikes Anwalt Randy Spivey erklärt, das Personal habe bei der versuchten Hinrichtung etwa eine Stunde erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen. «Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln», sagte Spivey. Laut Gerichtsantrag war eine davon beim Herausziehen um 90 Grad verbogen.
Während der Prozedur habe man Pike weinen gehört. Sie habe laut geatmet und gesagt: «Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen». Ein anderes Mal habe sie gefragt, ob das normal sei.
Bei der Einlieferung ins Krankenhaus seien beide Arme der 50-Jährigen «geschwollen, verbrannt und mit Blasen übersät» gewesen. Sachverständige werden in dem Antrag zitiert, wonach das injizierte Pentobarbital stark alkalisch sei und bei Kontakt Verbrennungen an Haut, Gewebe und Venen verursache. Während der Hinrichtung habe sich ihr rechter Arm laut ihren Anwälten violett verfärbt.
Mit der Hinrichtung betraute Personen bemerkten laut Angaben der Anwälte offenbar nicht, dass das Gift «ganz oder teilweise» in das umliegende Gewebe statt in Pikes Venen gelangte. So wurde entschieden, der verurteilten Mörderin eine weitere Dosis Pentobarbital zu verabreichen.