Geräusche, Gerüche, Gänsehaut - der Sommer im Freibad
Autor: Katja Räther, dpa
, Samstag, 11. Juli 2026
Kinderkreischen, schrille Pfeiftöne, nasse Fliesen, der Duft von Chlor und Pommes - ein Streifzug mit allen Sinnen durchs Freibad.
Es gibt Orte, die nach Sommer klingen, riechen und schmecken - das Freibad gehört unbedingt dazu. Zwischen Beckenrand, Liegewiese und Kiosk entsteht eine Kulisse aus Geräuschen, Gerüchen und Gefühlen.
Hören
Dafür muss man gar nicht selbst ins Sommerbad. Kinderkreischen und Bademeisterpfeifen dringen ungehindert in die Nachbarschaft und wecken bei Passanten Erinnerungen und Sehnsüchte.
Die Rufe und Gespräche der Badegäste bleiben dabei natürlich unreguliert. Bei den Pfeifentönen der Aufsicht ist es anders: In vielen Bädern gibt es dazu festgelegte Signale oder Abläufe, damit Kolleginnen und Kollegen sofort wissen, ob es um Ordnung, eine Ansage oder einen Notfall geht. Die Trillerpfeife ist im Lärm schneller als jede Durchsage: kurz, eindeutig, über Distanz verständlich.
Aber auch die Lautsprecherdurchsagen gehören zur Sommerkulisse: Da hat ein kleiner Junge seine Mutti verloren, ein Vater sucht den Nachwuchs im Gewühl. Oder ein Auto versperrt die Feuerwehrzufahrt. Irgendwas gibt es immer zu melden.
Riechen
Frisch gemähtes Gras, Sonnencreme, Pommesfett, feuchte Handtücher - die Mischung ist einzigartig. Zu jedem Schwimmbad gehört ein Hauch von Chlorgeruch. Wenn es mehr als ein Hauch ist, ist Vorsicht geboten: Chlor im Wasser (Hypochlorit) riecht weniger stark, als man denkt.
Der typische Schwimmbadgeruch entsteht meist durch Chloramine - Stoffe, die sich bilden, wenn Chlor etwa mit Schweiß, Urin und Hautschuppen reagiert. Darum kann es gerade dann intensiver riechen, wenn das Wasser stark belastet ist. Das Umweltbundesamt erinnert deshalb auf seiner Website daran, sich gut abzuduschen, bevor man ins Becken springt.
Schmecken
Pommes - mit Mayo oder Ketchup? Oder beides? Die Variante, die farblich an die Sperrung eines Bahnübergangs erinnert, wird vor allem im Westen der Republik gerne «Schranke» genannt.