Berliner Architektin ist neue «Miss Germany»
Autor: Christian Böhmer, dpa
, Sonntag, 25. Februar 2024
Mit sechs Jahren kam Apameh Schönauer aus dem Iran nach Deutschland. Nach einem langen Auswahlverfahren setzt sich die Diplomingenieurin bei «Miss Germany» durch.
Sie will jungen Frauen helfen, mutig zu sein: Die neue «Miss Germany» Apameh Schönauer aus Berlin sieht sich als Vorbild.
Sie wurde in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren und kam im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. Die 39 Jahre alte Architektin setzte sich beim Finale von «Miss Germany» gegen acht andere Frauen im südbadischen Rust durch. Eine Kandidatin musste krankheitsbedingt absagen.
Die Gewinnerin bekommt laut Veranstalter den «Female Leader Award». Er ist mit einer Prämie von 25.000 Euro verbunden. «Wir sind nach Deutschland gezogen, damit ich und meine Schwester in Freiheit leben können», sagte Schönauer während der mehrstündigen, von vielen Emotionen geprägten Show im Europa-Park. «Der Weg war nicht einfach.»
Die Bikini-Runden sind vorbei
«Miss Germany» war früher eine Veranstaltung mit Bikini-Runden auf dem Laufsteg. Dann gab es einen Imagewandel: Seit 2019 zählen vor allem die Persönlichkeit der Teilnehmerinnen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Siegerin bekommt keine Krone mehr. Nur eine Schärpe gibt es nach wie vor.
«Ich finde es großartig, wie sehr sich der Wettbewerb gewandelt hat», sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) per Videobotschaft. «Heute geht es um Menschen statt um ein einseitiges Frauenbild.»
Siegerin: Deutschland muss die Arme etwas weiter aufmachen
Während der Veranstaltung machte Schönauer ihr Engagement für Frauenrechte mit Fokus auf den Iran deutlich. «Ich glaube, Deutschland muss die Arme etwas weiter aufmachen und zulassen, dass wir bunter werden», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur vor der Endrunde. Frauen mit Migrationshintergrund forderte sie gleichzeitig auf, sich zu integrieren: «Ich habe immer Weihnachten gefeiert und mein persisches Neujahr.»
Auf der Veranstalterseite schrieb Schönauer, sie setze sich über das Netzwerk Shirzan (Löwenfrau) für benachteiligte und unterdrückte Frauen ein. Die Diplomingenieurin hat den Miss Germany Studios zufolge zwei Kinder.