Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Autor: dpa
, Montag, 17. August 2026
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
Das Bangen und die kräftezehrende Brandbekämpfung seit Tagen und Nächten gehen weiter. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien ist nicht weiter auf die deutsche Grenze vorgerückt, wie Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger schilderte. Die Lage ist also statisch, hat sich zumindest nicht verschlechtert.
Aktuell unterstützen 60 Brandschützer aus Monschau ihre Kollegen in Belgien, sie löschten dort mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden, betonte Krüger. Eine Einsatzkraft aus Monschau sei mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen, berichtete der Leiter der Feuerwehr der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt.
Am Morgen sei die Rauchbelastung in Teilen von Monschau sehr stark gewesen. Für Dienstag sind Krüger zufolge starke Winde, auch einzelne starke Böen aus Richtung Südwest vorhergesagt. Das sei eine «ganz neue Lage», auf die man sich nun vorbereite.
Monschauer Bürgermeisterin spricht von unveränderter Lage
Die Brandlage im Hohen Venn ist an der Grenze zu Deutschland nach Worten der Monschauer Bürgermeisterin Carmen Krämer (parteilos) unverändert. Deshalb könnten die am Sonntag evakuierten etwa 30 Einwohner aus Monschau-Kalterherberg auch noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, sagte Krämer bei einer Pressekonferenz. «Aktuell hat sich an der Lage, die wir seit gestern Abend haben, nichts geändert.» Der Brand war zuletzt auf 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt.
Der Regen habe zwar «ein bisschen gutgetan, aber der hat natürlich nicht das Feuer gelöscht, dazu war's dann doch heute Morgen zu wenig», meinte die Bürgermeisterin. Man tue alles dafür, dass niemand in Gefahr gerate. Die Eifelstadt ist ein Touristenhotspot mit vielen Fachwerkhäusern und wird auch von ausländischen Gästen geschätzt.
Einzigartiges Hochmoor Hohes Venn und Touristenmagnet Monschau
Mit rund 3.000 Hektar Fläche handelt es sich um einen der größten Waldbrände in der Geschichte Belgiens - ausgerechnet im Hohen Venn, das als einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft gilt. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, wie der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen erläuterte. «Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.»
Die Bundeswehr beteiligt sich aus der Luft an der Bekämpfung des Waldbrandes in Belgien. Dazu sind laut Verteidigungsministerium zwei Hubschrauber vom Typ NH-90 bereitgestellt, die Löschwasserbehälter tragen. Belgiens König Philippe verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von den verheerenden Bränden im Naturschutzgebiet.