Mordanklage im Fall Fabian - Bekannte als Tatverdächtige
Autor: Helmut Reuter und Christopher Hirsch, dpa
, Montag, 09. März 2026
Der achtjährige Fabian wurde im vergangenen Oktober Opfer eines Gewaltverbrechens. Eine Tatverdächtige sitzt seit November in U-Haft. Gegen sie wurde nun Anklage erhoben.
Unter einem Vorwand soll eine Bekannte des Kindes den achtjährigen Fabian aus Güstrow aus seiner Wohnung gelockt und an einem Teich ermordet haben. Die Staatsanwaltschaft Rostock hat jetzt Anklage wegen Mordes gegen die 29 Jahre alte Frau erhoben, die seit Anfang November in Untersuchungshaft sitzt. Sie soll den Jungen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen umgebracht haben, wie die Ermittler mitteilten.
Nach Überzeugung der Ermittler wurde das Kind am 10. Oktober 2025 Opfer eines tödlichen Hinterhalts. Der Grundschüler hielt sich allein zu Hause auf, weil er nach Rücksprache mit seiner Mutter wegen Unwohlseins nicht zur Schule gegangen war. Die Angeschuldigte soll mit ihm in ihrem Auto zu einem Feldstück in der Nähe von Klein Upahl gefahren und dort zu dem verdeckt gelegenen Teich gelaufen sein.
Angeschuldigte schweigt
Laut Staatsanwaltschaft tötete sie den Jungen dort mit mindestens sechs Messerstichen. Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. Die Tat sei von ihr allein geplant und begangen worden.
Die Angeschuldigte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, wie ihr Verteidiger Andreas Ohm bestätigte. Die Staatsanwaltschaft habe bis zur Anklage mehrere Monate in Zusammenarbeit mit der Mordkommission gebraucht und nun werde man sehen, ob, und wenn ja, welche be- oder entlastenden Indizien hinzugekommen seien, sagte der Anwalt. Dazu könne er erst etwas sagen, wenn er die Anklageunterlagen habe.
Für die Frau gilt die Unschuldsvermutung. Dass sie mit dem Jungen gut bekannt war, ist eines der wenigen von der Staatsanwaltschaft genannten Details zur Tatverdächtigen, die selbst Mutter ist. Das Amtsgericht Güstrow hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass ihr die elterliche Sorge für ihr eigenes Kind vorläufig entzogen worden sei.
Tagelange Suchaktion
Der Fall Fabian hatte im Oktober bundesweit für Aufmerksamkeit und Bestürzung gesorgt. Tagelang war das Schicksal des Jungen aus Güstrow ungewiss. Eine ganze Stadt war im Ausnahmezustand.
Die Mutter sah ihren Sohn am Morgen des 10. Oktobers, einem Freitag, gegen 8.30 Uhr das letzte Mal, als sie zur Arbeit gegangen sei, sagte sie in einem Interview. Bei ihrer Rückkehr von der Arbeit sei Fabian nicht mehr da gewesen. Noch am Abend meldete ihn seine Mutter als vermisst.