Haut von Toten hilft Brand-Opfern von Crans-Montana
Autor: dpa
, Donnerstag, 08. Januar 2026
Viele der mehr als 100 Verletzten sind nach dem Inferno von Crans-Montana in einem kritischen Zustand. Temporäre Hauttransplantationen sollen helfen. Zum Trauertag kommen Vertreter aus 30 Nationen.
Eine Woche nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana haben Zürcher Spitäler von einem Lieferanten bisher 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für Brandopfer erhalten. Das teilte die niederländische Gewebebank der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Außerdem habe die Gewebebank Spenderhaut auch nach Leipzig geliefert, hieß es.
Die Haut von toten Spendern sei zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden, so die Gewebebank «ETB-BISLIFE». «Glücklicherweise zeigten sich die Schweizer Zollbehörden sehr kooperativ und ermöglichten eine verzögerungsfreie Abfertigung der Spenderhaut», sagte ein Sprecher der Gewebebank in Haarlem der Agentur.
Die Spenderhaut wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, um die Wunden schwer brandverletzter Patientinnen und Patienten zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen, bis das Einsetzen körpereigener Haut möglich ist.
Trauertag mit Vertretern aus 30 Nationen
Am Freitag gedenkt die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der 40 Toten der Brandkatastrophe. 116 Menschen wurden außerdem verletzt. In einer Bar war in der Silvesternacht durch eine funkensprühende Partyfontäne die Decke in Brand gesetzt worden. Schnell verwandelte sich der Raum in ein Inferno.
Der Tag sei der Erinnerung an die Todesopfer, der Solidarität mit den Verletzten und der Verbundenheit mit allen Betroffenen gewidmet, hieß es seitens der Behörden. Die ganze Schweiz sei aufgefordert, am Freitag um 14 Uhr innezuhalten.
Bei der offiziellen Zeremonie im Kanton Wallis werden mehr als 1.000 Gäste erwartet. Etwa 30 Staaten kündigten ihre Teilnahme an, darunter Italien mit Präsident Sergio Mattarella und Frankreich mit Staatspräsident Emmanuel Macron.
Langer Leidensweg droht
Den Verletzten steht laut der deutschen Trauma-Expertin Sybille Jatzko ein langer Leidensweg bevor. Vieles erinnere an die schlimmen Verbrennungen bei der Flugtag-Katastrophe von Ramstein im August 1988, deren Opfer und Hinterbliebene Jatzko betreut hat.