Aufatmen nach Nahost-Rückholflug – Kreuzfahrtgäste erwartet
Autor: dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
Tausende Deutsche sitzen wegen des Iran-Kriegs im Ausland fest. Doch es winkt Hoffnung: Erste Rückholaktionen der Bundesregierung laufen, Außenminister Wadephul stellt weitere in Aussicht.
Erleichterung für Hunderte gestrandete deutsche Touristinnen und Touristen, Hoffnung für viele weitere: Am Morgen ist der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung mit Reisenden aus dem Nahen Osten am Flughafen in Frankfurt am Main gelandet. Zudem sollen heute zunächst 500 Kreuzfahrtgäste aus der Krisenregion ausreisen können, wie Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen Mihai Popsoi in Berlin sagte. Von Tui Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende wegen des Iran-Krieges in der Region fest.
Am Morgen war eine Lufthansa-Maschine im Auftrag der Bundesregierung aus Omans Hauptstadt Maskat gelandet. An Bord des Fluges LH345 waren Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren wie zehntausende andere infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten nun über den Landweg nach Maskat gebracht werden. Nach Wadephuls Worten sollten vorrangig Angehörige besonders verwundbarer Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder.
«Wir arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, Urlauberinnen und Urlauber sicher wieder zurück nach Hause zu ihren Freunden und Familien zu bringen», sagte Wadephul. Demnach sind in der Region mindestens rund 30.000 deutsche Touristinnen und Touristen gestrandet. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, jene deutschen Staatsbürger, die mit den von der Bundesregierung gecharterten Flugzeugen nach Deutschland gebracht würden, müssten sich mit einer Pauschale von jeweils 500 Euro an den Kosten beteiligen.
Auch weitere Flüge geplant
Wadephul zeigte sich nach der erfolgreichen Rückholung optimistisch zu steigenden Ausreisekapazitäten. «Ich bin sehr froh, dass heute der erste vom Auswärtigen Amt organisierte Flug aus Maskat mit mehr als 250 Personen sicher in Frankfurt gelandet ist», sagte er und betonte, dass es heute und morgen zwei weitere Flüge mit ähnlicher Kapazität aus Maskat geben werde. Dafür würden Transporte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman organisiert. Damit wolle man denjenigen helfen, «die unsere direkte Hilfe unbedingt benötigen». Das Auswärtige Amt prüfe fortlaufend weitere Unterstützungsangebote.
Gleichzeitig sehe die Bundesregierung glücklicherweise auch eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr, sagte der Außenminister. «Die Kapazitäten für die Ausreise werden von Tag zu Tag größer.» Allein heute sollten aus Dubai und Abu Dhabi, wo der Großteil der deutschen Urlauber sich aktuell aufhalte, etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt gehen, davon über 60 nach Europa und einige auch nach Deutschland.
Zum Beispiel die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways kündigte an, eine begrenzte Zahl von Hilfsflügen für gestrandete Passagiere anzubieten. Geplant seien unter anderem Verbindungen aus der saudischen Hauptstadt Riad nach Frankfurt am Main oder aus der omanischen Hauptstadt Maskat nach Berlin, wie aus der Mitteilung auf X hervorging. Die Airline kündigte weitere Informationen für Freitag an.
Der Lufthansa-Konzern bleibt bei Flügen ins Krisengebiet Naher Osten vorsichtig. Als Erstes werden die Flüge nach Larnaca auf Zypern an diesem Samstag wieder aufgenommen. In dem EU-Staat war ein britischer Stützpunkt von einer mutmaßlich iranischen Drohne angegriffen worden. Ausgesetzt bleiben die Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien bis einschließlich Dienstag, den 10. März, wie das Unternehmen mitteilte.