Entsetzen über tödlichen Arbeitsunfall in Lederfabrik
Autor: Christiane Warnecke (dpa)
, Freitag, 17. April 2026
Drei Menschen sterben, zwei sind lebensgefährlich verletzt: In Hessen sorgt ein Unfall in einer Lederfabrik für tiefe Betroffenheit.
Dieser Tag wird den Menschen im beschaulichen Runkel in Mittelhessen wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Drei tote Arbeiter und zwei lebensgefährlich Verletzte sind nach einem tragischen Unglücksfall in einer Grube zu beklagen. Mehr als 150 Einsatzkräfte - viele von ihnen in Schutzanzügen und mit Atemschutz ausgestattet - werden in einer eigens aufgebauten Schleuse dekontaminiert. Erst dann dürfen sie den Einsatzort in einer Lederfabrik und Pelzgerberei verlassen.
Möglicherweise Kohlenmonoxid-Vergiftung beim Abstieg
Viele von ihnen sind tief schockiert über den Arbeitsunfall, zu dem sie am Donnerstagnachmittag gerufen worden waren. Ein Mitarbeiter der Gerberei hat gegen 16.40 Uhr drei Tote und zwei Schwerverletzte in der Klärgrube der Firma aufgefunden, wie René Schultheis, Sprecher der Gefahrenabwehr des Kreises Limburg-Weilburg und Kreisbrandmeister, erklärt.
Das Firmengelände liegt etwas außerhalb des 9500-Einwohner-Städtchens in der Nähe von Limburg an der Lahn. In der Nacht ist noch nicht ganz klar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Es bestehe die Möglichkeit, dass es zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung beim Abstieg in eine Grube gekommen sei, sagt Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am Unfallort.
Opfer in Klärgrube der Gerberei gefunden
Das könnte zum Tod der Arbeiter geführt haben. Ebenso wie zu den lebensgefährlichen Verletzungen der beiden anderen Männer, die mit Rettungshubschraubern in Klinken geflogen wurden, wie Poseck sagt.
Kreisbrandmeister Schultheis erläutert, die Opfer seien in einer Klärgrube der Gerberei gefunden worden, in der verschiedene Chemikalien aufgefangen würden. Dort könnten Dämpfe freigesetzt worden sein. Die genaue Todesursache müsse aber die Polizei klären.
Die einzige gute Nachricht des Abends: Es sind keine Gefahrstoffe über das Firmengelände hinaus ausgetreten, es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, wie Schultheis versichert.
Der hessische Innenminister zeigt sich sehr betroffen: «Ich habe in meiner Amtszeit noch kein Ereignis mit drei Toten erlebt, das macht diese Situation ganz besonders traurig», sagt der CDU-Politiker am Unglücksort. Das Ereignis habe das Land Hessen erschüttert. Auch für die Rettungskräfte sei das ein «sehr herausfordernder Einsatz mit einer ungewissen Situation».