Eine unfassbare Tat - Mordprozess um Fabians Tod steht bevor
Autor: Helen Hoffmann, Helmut Reuter und Christopher Hirsch, dpa
, Sonntag, 26. April 2026
Warum wurde Fabian getötet? Diese Frage soll der Mordprozess klären, der in wenigen Tagen beginnt. Angeklagt ist eine 30-Jährige. Rück- und Ausblick auf ein erschütterndes Verbrechen an einem Kind.
Als der acht Jahre alte Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 verschwindet, beginnt ein Hoffen und Bangen. Zahlreiche Einsatzkräfte suchen nach dem Grundschüler. Spürhunde, Boote und ein Hubschrauber sind im Einsatz.
Vier Tage später folgt der Schock: Eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs ist, entdeckt Fabians verbrannte Leiche in einem Wald nahe Klein Upahl südwestlich von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Die Obduktion des Leichnams bestätigt: Das Kind wurde gewaltsam getötet.
Tatverdächtig ist eine 30 Jahre alte Bekannte des Jungen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian «heimtückisch und aus sonst niedrigen Beweggründen» getötet zu haben. Die Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Für sie gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens sind unklar. Der Mordprozess, der am 28. April beginnt, soll Aufklärung bringen.
Was ist über den Tag der Tat bekannt?
Der Junge blieb wegen Unwohlseins zu Hause, während seine Mutter zur Arbeit ging. Als die Frau zurückkam, war Fabian verschwunden. Auch zur sonst üblichen Zeit tauchte er nicht auf. Gegen 20.30 Uhr meldete die Mutter ihren Sohn als vermisst. Der Junge gelte als zuverlässig und nicht als Ausreißer, hieß es.
Die Eltern des Kindes leben getrennt. Fabian wohnte bei der Mutter in Güstrow. Er hatte auch Kontakt zu seinem Vater, der in einem Dorf südlich davon wohnt. Zunächst nahmen die Ermittler an, dass das Kind an dem Tag möglicherweise auf dem Weg zu seinem Vater war. Später fanden sie heraus, dass Fabian zur Zeit der Vermisstenmeldung nicht mehr lebte. Demnach starb das Kind zwischen 11.00 und 15.00 Uhr - gewaltsam durch mindestens sechs Messerstiche.
Laut Anklage soll die beschuldigte Frau den Jungen unter einem Vorwand aus seiner Wohnung gelockt haben. Sie soll mit ihm in ihrem Auto zu einem Feldstück in der Nähe von Klein Upahl rund 15 Kilometer südlich von Güstrow gefahren und dort zu einem schlecht einsehbaren Teich gelaufen sein.
Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll sie den Leichnam mittels Brandbeschleuniger angezündet haben, so die Ermittler. Demnach soll sie den Mord allein geplant und begangen haben.