Dürres Deutschland: Wieso es derzeit so trocken ist
Autor: Larissa Schwedes, dpa
, Mittwoch, 05. August 2026
Wo sonst Wasser fließt, ist vielerorts aktuell nur staubtrockener Grund: In vielen Flüssen und Seen ist so wenig Wasser wie kaum je zuvor – und die Lage könnte sich noch zuspitzen.
Durch Rhein und Donau fließt so wenig Wasser wie selten, Pflanzen und Bäume lechzen nach Feuchtigkeit und auch wir Menschen brauchen an heißen Tagen wie diesen besonders viel Flüssigkeit. Wasser ist zum kostbaren Gut geworden, obwohl Deutschland eigentlich als wasserreich gilt. Trocknet das Land gerade aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wie trocken ist es – und wie ungewöhnlich ist das?
«Wir befinden uns gerade in einer extremen Dürre», betont Markus Weitere vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ). Aktuell sei der Süden Deutschlands sehr stark betroffen, auch das Ursprungsgebiet des Rheins in der Schweiz etwa. Das mache sich an den Pegeln von Rhein und Donau bemerkbar. «Das sind zwei Flüsse, die sehr, sehr stark betroffen sind. Da haben wir extremes Niedrigwasser, teils jetzt schon mit historischen Tiefstständen.»
Im Dürre-Monitor, den das UFZ betreibt, kann man mit ansehen, wie sich insbesondere der Süden Deutschlands im Zeitverlauf (der vergangenen 14 Tage) immer tiefer rot färbt. Das steht in diesem Fall dafür, dass in den tiefen Bodenschichten immer weniger Wasser verfügbar ist.
Martin Helms von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) spricht von einer «außergewöhnlichen Situation mit extremen Wasserständen, zum Teil unter den bekannten niedrigsten Wasserständen». Dabei seien alle großen Flüsse – besonders Rhein, Donau, Elbe – gleichzeitig stark betroffen – und das schon zu einem frühen Zeitpunkt im Hochsommer. Die typische Niedrigwasser-Saison sei üblicherweise erst im Spätsommer oder Herbst. Laut Vorhersagen werde sich die Situation in den nächsten Wochen wohl nicht entspannen.
Wieso haben die Flüsse gerade so wenig Wasser?
Der Ökologe Weitere vom UFZ erklärt: «Es ist eine Gemengelage, die da zusammenkommt. Es ist sehr warm und wir haben relativ wenig Niederschlag. Das heißt, es kommt auf der einen Seite wenig Wasser rein und es verdunstet auf der anderen Seite viel durch die hohen Temperaturen.» Dazu kommt: «Wir hatten ein außergewöhnlich trockenes Frühjahr. Und das hat eben auch dazu geführt, dass wir jetzt eine Situation haben, wo wenig Wasser in den Grundwasserspeichern ist.»
Ein weiterer Aspekt sei die Schneeschmelze, die sich geändert habe. Das betreffe etwa den Bodensee. «Gewöhnlich hatten wir dort bis in den Sommer hinein Schmelzwasserabfluss, der zu einer guten Wasserversorgung des Bodensees und des Rheins beigetragen hat. Dieser Effekt hat stark abgenommen.»
Im vergangenen Winter fiel dem Deutschen Wetterdienst zufolge – wie zuletzt häufig – weniger Schnee als im langjährigen Mittel, auch wenn es große regionale Unterschiede gab. Insgesamt war der Winter demnach zu trocken, sonnig und mild.