Treppenhaus brennt: Wohnung in Bochum wird zur Todesfalle
Autor: Rolf Schraa, dpa
, Dienstag, 13. Oktober 2026
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Bochum kommen drei Menschen ums Leben. Das Treppenhaus hat gebrannt - für die Opfer kam jede Hilfe zu spät.
Rot-weißes Flatterband versperrt den Eingang zu einem dreigeschossigen Mietshaus in Bochum. Das Innere ist völlig verrußt, Schutt und Reste des verbrannten Holz-Treppenhauses sind zu sehen. In diesem Haus sind am Dienstagmorgen bei einem Brand drei Menschen gestorben - möglicherweise erstickt, weil sie nicht rechtzeitig aus dem Gebäude herauskamen.
«Eine Tragödie, wie sie Bochum seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat», sagt der SPD-Oberbürgermeister der Ruhrgebietsstadt, Jörg Lukat, der am Morgen an die Brandstelle kam. Die Feuerwehr erklärt das Haus wegen der zerstörten Treppe und der Rußschäden für unbewohnbar.
Hausbewohner standen am Fenster und riefen um Hilfe
Gegen 4.15 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und zu dem Großfeuer gerufen, wie sie später mitteilte. Das Feuer habe sich zu diesem Zeitpunkt schon weit ausgebreitet, dichter Qualm stieg aus dem Haus auf. Fünf Menschen hätten an den Fenstern im ersten und zweiten Geschoss gestanden und um Hilfe gerufen, sagte ein Sprecher. «Sie hatten große Angst.»
Die Feuerwehr hatte dabei ein Problem: Die Zeit lief ihr davon, aber sie kam selbst nicht in die Wohnungen, weil das Treppenhaus bereits verbrannt war. Zwei Menschen retteten die Einsatzkräfte schließlich von außen über eine Drehleiter, zwei weitere über tragbare Leitern. Ein Bewohner fasste sich ein Herz und sprang aus dem ersten Stock in ein Sprungpolster der Feuerwehr.
In einer ersten Mitteilung über den Brand berichtete die Polizei nur von den fünf Geretteten, die nach Angaben der Feuerwehr allesamt Rauchgasvergiftungen erlitten hatten und in Bochumer Krankenhäuser gebracht wurden. Erst im Zuge der weiteren Löscharbeiten stießen die Rettungskräfte dann in einer der Wohnungen auf die drei toten Erwachsenen. Zu ihrer Identität gibt es zunächst keinerlei Angaben, nicht einmal zu ihrem Geschlecht.
Für die Löscharbeiten mussten Gas und Strom abgestellt werden. Dadurch wurden auch die Nachbargebäude von der Energiezufuhr getrennt. Zahlreiche Bewohner mussten am frühen Morgen in der Dunkelheit ihre Wohnungen verlassen.
25 Menschen im Betreuungsbus an der Brandstelle
Die Stadt stellte einen Betreuungsbus bereit, in dem etwa 25 Menschen unterkamen. Die meisten von ihnen bleiben jetzt vorerst bei Freunden oder Bekannten. Ein Bewohner wird von der Stadt untergebracht.