«Sie war Außenseiterin und ist es bis heute geblieben»
Die öffentliche Wahrnehmung von Meghan sei seit Jahren «ziemlich schlecht», sagt die Psychologin und Autorin Martina Lackner der Deutschen Presse-Agentur. Nicht zuletzt spiele bei all dem auch Sexismus eine wesentliche Rolle: Selbstbewusste und erfolgreiche Frauen werden laut Lackner «härter angegangen als Männer, die sich genauso verhalten, einfach weil das nicht dem klassischen Bild einer Frau entspricht, die sich zurücknimmt».
Bei Meghan gebe es zudem ein paar Besonderheiten: Sie war demnach nicht nur die erste nicht weiße Person in der engeren royalen Familie, sondern kam «als Amerikanerin, Schauspielerin und bereits geschieden in eine sehr traditionelle, geschlossene Institution», so Lackner. «Sie war Außenseiterin und ist es bis heute geblieben.»
Zwischen 50-Euro-Schokolade und sozialem Engagement
In den Jahren seit dem sogenannten Megxit hat sich die US-Amerikanerin allerdings nicht zurückgezogen, sondern vielfältige Wege eingeschlagen. Hier und da war gemunkelt worden, ob sie wieder zur Schauspielerei findet. Schließlich stand sie jahrelang für die Anwaltsserie «Suits» vor der Kamera.
Stattdessen präsentierte sie sich etwa beim Streamingdienst Netflix in der Koch- und Backshow «With Love, Meghan» als moderne Hausfrau - mit Tipps für ein schönes Leben.
Statt Lob heimste Meghan jedoch auch damit Schmach ein: Die Zeitung «Times» schrieb, die Show wirke aufgesetzt, selbstgefällig und klebrig. Dennoch durfte sie sich zuletzt über eine Emmy-Nominierung freuen.
Aus Sicht des Royal-Experten Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway richtet sich vieles, was Meghan dieser Tage macht, ohnehin «nicht unbedingt an ein britisches Publikum».
An ihre Show angeknüpft tritt die 44-Jährige seit Jahren auch als Geschäftsfrau auf. Mit «As ever» - von ihr nicht nur als Marke, sondern als «Sprache der Liebe» beschrieben - vermarktet sie allerlei Luxusprodukte. Aktuell können sich Meghan-Fans etwa Schokopralinen für stolze 58 US-Dollar (umgerechnet etwa 50 Euro) oder mit Lavendelhonig für 32 Dollar (etwa 28 Euro) gönnen.
Immer wieder engagiert sich Meghan außerdem für die Rechte von Frauen und Mädchen, unterstützt mit Ehemann Harry gemeinnützige Anliegen oder warnt vor den Folgen von Social Media. Doch auch hier wird ihr ihre Anteilnahme oft nicht abgekauft, wie allein ein Blick in soziale Medien verrät. Auf der Plattform TikTok etwa reicht eine kurze Suche mit ihrem Namen, um mit entsprechenden Videos und übergenauen Analysen ihrer Mimik und Gestik überflutet zu werden.
Zeichen auf Aussöhnung?
An Schlagzeilen fehlt es Harry und Meghan seit ihrem Abgang aus dem Königshaus also nicht. Erst kürzlich sorgte auch ein Besuch des Paares mit den Kindern Archie und Lilibet bei König Charles III. (77) für Aufsehen. Archie und Lilibet hatten ihren Großvater zuletzt 2022 gesehen, es war das erste Aufeinandertreffen in dieser Form nach Jahren.
Könnte es demnächst also sogar eine Aussöhnung geben? Offensichtlich gebe es eine Form des Kontakts zwischen dem Londoner Palast und dem entfremdeten Ehepaar in Kalifornien, so Royal-Experte Prescott. Eine baldige royale Versöhnung hält er aber dennoch für «sehr, sehr unwahrscheinlich».