Der Louvre-Coup: Ein Jahr später bleibt die Leere
Autor: Sabine Glaubitz, dpa
, Sonntag, 18. Oktober 2026
Die Juwelen sind weg und viele Fragen offen. Ein Jahr nach dem spektakulären Diebstahl im Louvre bleibt Leere - und ein Parkhaus bei Paris.
Goldene Ornamente, prachtvolle Deckengemälde: Wieder schlängeln sich Besucher durch die Galerie d'Apollon im Louvre. Fast wie vor dem spektakulären Einbruch am 19. Oktober 2025 - wären da nicht die fehlenden Vitrinen und Schmuckstücke, die einst den Saal füllten.
Die verbliebenen Kostbarkeiten wurden an einen nicht genannten Ort innerhalb des Museums gebracht. Der Saal, einer der schönsten des Pariser Weltmuseums, soll für sich selbst sprechen. Louvre-Direktor Christophe Leribault verbindet damit auch die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Minuten, die den Louvre veränderten
Doch die Pracht kann nicht vergessen machen, was hier vor einem Jahr geschah. Die leere Galerie d'Apollon erzählt davon, was fehlt. Acht Schmuckstücke der französischen Krone, geschätzt 88 Millionen Euro wert, wurden aus dem Saal gestohlen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur.
Der Einbruch dauerte nur wenige Minuten: Mit einer Hebebühne gelangten die Täter über einen Balkon und ein Fenster in die Galerie d'Apollon. Sie brachen zwei Vitrinen auf, stahlen die Juwelen und flohen auf Motorrollern. Zurück blieb unter anderem die beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie.
Viele Spuren, offene Fragen
Der Ablauf des Einbruchs ist weitgehend rekonstruiert. Doch je näher die Ermittler dem Tathergang kommen, desto mehr Fragen bleiben offen: Wer steckt hinter der Tat? Gab es tatsächlich einen Auftraggeber? Und wo sind die Juwelen?
Eine mögliche Spur führte die Ermittler vor wenigen Wochen nach Belgien. Auf Handys von Verdächtigen fanden sich Fotos der Galerie d'Apollon. Zudem stießen die Ermittler auf auffällige Kontakte und Bewegungsdaten. Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist unklar.
Rätselhafte Übergabe
Auch die Aussagen zur möglichen Übergabe der Beute werfen weiter Fragen auf. Zwei Hauptbeschuldigte berichten von einem unbekannten Auftraggeber, der sie wenige Tage vor der Tat angeworben haben soll. Doch ihre Darstellungen widersprechen sich: Einer wusste nach eigener Aussage, dass er in den Louvre einbrechen sollte. Der andere habe geglaubt, es gehe um eine Schmuckwerkstatt.