Behörden rätseln nach vielen Bombendrohungen im Flugverkehr
Autor: dpa
, Freitag, 06. November 2026
Seit Tagen häufen sich Bombendrohungen gegen Linienflüge, auch am Freitag gibt es neue Fälle. In Irland kommt es indes zu ähnlichen Drohungen gegen Medienhäuser. Die Behörden stehen vor einem Rätsel.
Die Serie rätselhafter Bombendrohungen im europäischen Luftverkehr hält an. Auch am Freitag wurden wieder mehrere Fälle gemeldet. Insgesamt gab es damit seit Dienstag mindestens 30 Drohungen gegen Flugzeuge. Indes sorgen in Irland nahezu identische Drohungen gegen Medienhäuser für Aufruhr.
Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom musste aufgrund einer Drohung nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa nach Venedig umgeleitet werden. Im portugiesischen Lissabon gingen gleich zwei Bombendrohungen gegen ein und dieselbe Ryanair-Maschine ein, wie der staatliche TV-Sender RTP unter Berufung auf die Polizei berichtete.
Auch gegen Flugzeuge aus London und aus Brüssel nach Sofia gab es Bombendrohungen. Die Maschinen seien am Flughafen Sofia sicher gelandet, bei den Kontrollen seitens der Grenzpolizei sei «nichts Beunruhigendes» entdeckt worden, wie das öffentlich-rechtliche Radio in Sofia berichtete. In Prag richteten sich nach Angaben einer Flughafensprecherin Drohungen gegen neun Flüge, auch in Frankreich kam es zu Vorfällen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche solcher Drohungen im europäischen Flugverkehr gegeben. Allein am Donnerstag waren mehr als ein Dutzend Passagierflüge betroffen. Wer hinter den Drohungen steckt, ist bislang jedoch unklar.
Drohungen in der Häufung ungewöhnlich
Mehrere Behörden in europäischen Ländern ermitteln inzwischen zu den Vorfällen. Die EU-Kommission aktivierte als Reaktion auf die angespannte Situation einen Mechanismus zum grenzübergreifenden Informationsaustausch, wie eine Sprecherin bestätigte. Die Brüsseler Behörde koordiniert die Absprachen der betroffenen EU-Länder demnach. Auch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA mit Sitz in Köln ist an dem Austausch beteiligt.
Frankreichs Justiz leitete Vorermittlungen ein, hieß es aus dem Amt des französischen Premierministers. Die tschechische Polizeieinheit für den Kampf gegen Extremismus, Terrorismus und Cyberkriminalität ermittelt ebenso. Auch in Irland beschäftigen die Behörden die Vorfälle.
Mindestens vier der am Freitag bedrohten Flüge gingen durch den deutschen Luftraum. Das Karlsruher Center der Deutschen Flugsicherung für den oberen Luftraum habe Informationen über die Drohungen an die Crews und an die benachbarten Flugsicherungen weitergeleitet, sagte eine Sprecherin. Bombendrohungen kämen zwar immer wieder vor, in dieser Häufung seien sie aber ungewöhnlich.