Mutmaßlicher Block-Kidnapper fühlt sich schlecht beraten
Autor: dpa
, Dienstag, 03. Februar 2026
Er gilt als Drahtzieher der Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24. Nun hat der Chef einer israelischen Sicherheitsfirma vor Gericht erklärt, warum er für eine Aussage zurückkehrte.
Der mutmaßliche Entführer der Block-Kinder hat vor dem Landgericht Hamburg angekündigt, angeblich falschen Darstellungen zum Tatablauf entgegentreten zu wollen. Dies sei der Grund, warum er sich zu einer Aussage in Deutschland entschlossen habe, sagte der Geschäftsführer einer israelischen Sicherheitsfirma auf die Frage der Strafkammer, wie es zu seiner Zeugenaussage gekommen sei. «Ich habe verstanden, dass es Zeit für mich ist, die Wahrheit zu sagen.»
Mutmaßlicher Entführer: Habe Fehler gemacht
Auch nach der Entführung habe er noch geglaubt, nicht Unrechtes getan zu haben. Ihm sei in Hamburg auch vom angeklagten Familienanwalt der Blocks immer wieder versichert worden, eine Rückholung der Kinder sei legal. «Die ganze Zeit standen wir unter der Annahme, dass wir das Richtige und Gutes tun.»
Seine Reaktion, als er von Ermittlungen wegen Kindesentführung erfuhr: «Ich habe gedacht, es ist ein Missverständnis und dass es wieder in Ordnung kommen würde», sagte der Zeuge laut Übersetzung einer Dolmetscherin.
Er sei überstürzt nach Israel abgereist und habe viele seiner privaten Sachen zurückgelassen. «Ich war sicher, ich werde zurückkommen.» Zu dem Zeitpunkt habe er seine geschäftlichen Aktivitäten in Hamburg eigentlich ausbauen wollen. Er sei «zutiefst schockiert, wie es sich dann gedreht hat».
Zeuge: Schlechte Ratschläge erhalten
Erst später sei ihm klar geworden, dass er hinsichtlich der Legalität der Rückholung der Kinder «schlechte Ratschläge erhalten» habe. «Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe, und ich weiß, wenn Fehler gemacht werden, ist das der Preis, den ich zahlen muss», sagte der Zeuge. Gegenleistungen für seine Aussage seien ihm nicht in Aussicht gestellt worden. «Mir wurde nichts versprochen.»
Dem 68-Jährigen wird vorgeworfen, die Entführung der damals 10 und 13 Jahre alten Block-Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 organisiert und durchgeführt zu haben. Nach Aussage eines anderen Zeugen soll der Mann Berufssoldat bei den israelischen Spezialkräften und Abteilungsleiter beim Geheimdienst Mossad gewesen sein.
Mitte 2024 habe er in Israel von Ermittlungen wegen Kindesentführung in Deutschland erfahren, sagte der Zeuge. Bis dahin sei er davon ausgegangen, dass die Rückholung der Kinder vom Vater aus Dänemark mit deutschem Recht vereinbar sei. Dies sei ihm damals in Hamburg auch immer wieder versichert worden.