Auf Hitze folgen Blitze - Zweitwärmster Juni seit Messbeginn
Autor: dpa
, Montag, 29. Juni 2026
Auf ein glutheißes Wochenende folgt Abkühlung - teilweise begleitet von schweren Gewittern. Wo steht der Juni 2026 in der Messhistorie? Und was sagen Experten zur jüngsten Hitzewelle?
Nach einem glühend heißen Wochenende mit einem vorläufigen Temperaturrekord in Deutschland ist Abkühlung in Sicht - allerdings begleitet von teils schweren Gewittern. Derweil gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) bekannt, dass der diesjährige Juni der zweitwärmste Juni seit Messbeginn ist. Eine traurige Bilanz veröffentlichte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Am vergangenen Wochenende starben demnach mindestens 26 Menschen beim Baden - allesamt Männer und Jungen.
Nach Hitzerekord - wie geht das Wetter nun weiter?
Der vorläufige Temperaturrekord von 41,7 Grad wurde am Sonntagnachmittag in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree direkt an der Grenze zu Polen gemessen – es war die dritte Bestmarke im Bundesgebiet binnen weniger Tage. Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte sieben Jahre gehalten und bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.
Der Dienstag beginne ruhig, im Westen zeigt sich die Sonne häufiger, vom Oberrhein bis nach Rheinland-Pfalz und den Süden Hessens werden erneut Temperaturen über 30 Grad erwartet, sonst verbreitet 27 bis 30 Grad, an der Küste um 22 Grad. Zum Nachmittag hin steigt das Gewitterpotenzial wieder deutlich an. Bis auf im äußersten Westen muss verbreitet mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Laut DWD gibt es insbesondere vom Südosten bis zur Mitte und in den Osten ausgreifend erhöhtes Unwetterpotenzial. Es muss mit Starkregen, teils auch mit Sturmböen und Hagel gerechnet werden.
Zweitwärmster Juni seit Messbeginn
Derweil gab der DWD bekannt, dass der Juni 2026 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen ist. Die Temperatur habe im Mittel bei 19,5 Grad gelegen, teilte der DWD in einer vorläufigen Auswertung mit. Nur 2019 sei es mit im Schnitt 19,8 Grad noch wärmer gewesen.
Zudem war der erste meteorologische Sommermonat deutlich trockener als im langjährigen Mittel. Es seien rund 66 Liter pro Quadratmeter registriert worden - in der Referenzperiode waren es 85. Und der Regen war ungleich verteilt: Am Alpenrand und im Nordwesten seien 120 bis 180 Liter pro Quadratmeter gefallen, am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin seien es nur 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter gewesen.
Die Sonne hingegen habe in der zweiten Junihälfte ihre Bilanz ordentlich aufpoliert. Insgesamt habe es 248 Sonnenstunden gegeben. Das seien etwa 20 Prozent mehr als in der Referenzperiode, hieß es. «Der Juni war der vierte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfiel als im vieljährigen Mittel.» Alle Werte sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vorläufig und können sich noch ändern.
Warum sterben vor allem Männer und Jungen beim Baden?
«Unabhängig vom Alter überschätzen sich Männer allzu oft selbst und nehmen mögliche Gefahren auf die leichte Schulter», erklärt DLRG-Präsidentin Ute Vogt. «Auch stürzen sie sich häufiger berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser. Diese Erfahrung machen wir leider Jahr für Jahr im Sommer.» Im Jahr 2025 waren 82 Prozent der Ertrunkenen männlich.