Nach Anschlag auf Bahnstrecke führt Spur zu «Angry Birds»
Autor: Dorothea Hülsmeier, dpa
, Sonntag, 12. Juli 2026
Brandsätze im Kabelschacht, Chaos im Bahnverkehr und ein Bekennerschreiben: Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag läuft der Zugverkehr zwischen Düsseldorf und Köln wieder. Wer steckt hinter der Tat?
Schon wieder hat ein mutmaßlicher Brandanschlag eine wichtige Bahnstrecke im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lahmgelegt. Zahlreiche Kabel an der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wurden durch Feuer in Kabelschächten beschädigt. Es kam auch zu einem Böschungsbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.
Sicherheitskreise vermuteten einen Sabotageakt. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf. Es wurde mit dem Namen der bereits mehrfach mit Anschlägen auf Bahnstrecken in Verbindung gebrachten Gruppe «Kommando Angry Birds» veröffentlicht.
Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Staatsanwaltschaft und Polizei Köln teilten mit, dass die Ermittler aktuell davon ausgingen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.
Die gesperrte Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wurde am frühen Samstagabend wieder für Züge freigegeben. Der Zugverkehr rollt nach Angaben der Deutschen Bahn wieder ohne Einschränkungen. «Die Strecke ist vollständig repariert und der Zugverkehr läuft reibungslos», sagte ein Bahnsprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Reul: Diese Menschen wollen Chaos
«Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem Brandanschlag. Das treffe den Alltag vieler Menschen und nehme «Kollateralschäden» billigend in Kauf.
«Diese Chaoten berufen sich darauf, eine Welt herzustellen, in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe. Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht», sagte Reul. «Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos. Sie zielen darauf ab, Politik durch Gewalt zu ersetzen. Das akzeptieren wir nicht.»
Laut Brief Brandsätze in Kabelschacht deponiert
In dem mutmaßlichen Bekennerschreiben schreibt die Gruppe «Kommando Angry Birds», dass sie verantwortlich «für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen» sei. Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden. Zum Einsatz seien Timer sowie je ein Liter Grillanzünder gekommen.