Bahn-Katastrophe in Spanien: Deutsches Opfer unter 45 Toten
Autor: dpa
, Donnerstag, 22. Januar 2026
Beim Zugunglück in Spanien stirbt auch eine Deutsche. Vier Tage nach der Katastrophe steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Es gibt keine Vermissten mehr.
Vier Tage nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens sind in den Trümmern immer noch Leichen geborgen worden. Die Zahl der Todesopfer kletterte am Donnerstag von 43 auf 45. Die spanischen Behörden bestätigten unterdessen eine Mitteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin, wonach sich unter den Toten ein Opfer aus Deutschland befindet. Es handele sich um eine Frau, sagte ein Sprecher der Polizei vor Journalisten. Weitere Information zur Identität des deutschen Opfers wurden vorerst nicht bekannt.
Unter den 43 bisher identifizierten Todesopfern gebe es nach jetziger Erkenntnis insgesamt drei Ausländer. «Eine Frau aus Deutschland, eine aus Russland und eine aus Marokko», sagte der Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil. Das AA hatte vormittags mitgeteilt, die Angehörigen des deutschen Opfers würden von Mitarbeitern des deutschen Konsulats in Málaga betreut. Weiter hieß es: «Über die genaue Anzahl der betroffenen deutschen Staatsangehörigen gibt es derzeit jedoch noch keine verlässlichen Angaben.»
An der Unglücksstelle entdeckten die Einsatzkräfte nahe der Ortschaft Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba nachmittags zwei weitere Leichen. Es handele sich um zwei erwachsene Männer, teilte die Regionalregierung in Andalusien im Süden des Landes mit. Die beiden Leichen seien in einem der beiden Waggons gefunden worden, die beim Unglück eine vier bis fünf Meter hohe Böschung hinuntergestürzt und besonders schwer zerstört worden waren.
Die Suche nach Opfern in den Trümmern wird beendet
Der andalusische Regionalpräsident Juanma Moreno erklärte anschließend vor Journalisten: «Es gibt glücklicherweise keine Vermissten mehr.» Die Suche nach Todesopfern werde offiziell abgeschlossen. Die Autopsie und die offizielle Identifizierung der beiden letzten Leichen am Gerichtsmedizinischen Institut in der Provinzhauptstadt Córdoba stand allerdings noch an.
Das Staatsbegräbnis zu Ehren der Opfer soll am 31. Januar unter Vorsitz von König Felipe VI. in der andalusischen Stadt Huelva stattfinden. Darauf einigten sich die Zentral- und die Regionalregierung, wie beide mitteilten. Huelva deshalb, weil die meisten Opfer aus der gleichnamigen Provinz stammen.
Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen waren auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die Verletztenzahl wurde zuletzt offiziell mit 123 angegeben. 31 liegen noch im Krankenhaus, und sechs von ihnen würden noch auf Intensivstationen behandelt, teilte der andalusische Notdienst auf X mit. Aber kein Verletzter schwebt demnach in Lebensgefahr.
Unglücksursache steht noch nicht fest
Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Die Behörden hatten Familien deshalb unter anderem um DNA-Proben gebeten, um das Verfahren zu beschleunigen. Die 43 Leichen, die vor der jüngsten Entdeckung geborgen worden waren, wurden aber inzwischen alle identifiziert. Namen wurden nicht veröffentlicht. Die Familien sollten erst benachrichtigt werden. Am Donnerstag wurden unterdessen in Spanien erste Opfer zu Grabe getragen.