Auf geht's zur Wiesn: Bier, Schampus, Sicherheit
Autor: dpa
, Sonntag, 13. Sept. 2026
Neue Fahrgeschäfte, strengere Sicherheitsregeln, ein Verbot für Champagner-Duschen - und der neue Rathauschef Krause erstmals in der Anzapfboxe: Das Oktoberfest startet mit frischem Wind.
Noch knapp eine Woche, dann heißt es in München wieder: «O'zapft is». Für Nicht-Bayern: Das erste Bierfass ist angezapft - das Oktoberfest ist eröffnet. Von Samstag an werden an 16 Festtagen rund sechs Millionen Besucher erwartet. Es gibt neue Fahrgeschäfte und ein neues Zelt - und weiter Streit um die Vergabe der großen Festzelte. Auch beim Thema Sicherheit gibt es nach einem gefährlich überfüllten Wiesn-Samstag im Vorjahr Neuerungen.
Zwei Schläge für Krause
Mit Spannung erwartet wird die Eröffnung am Samstag um 12.00 Uhr: Erstmals wird das Ritual Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zelebrieren. Er hat dafür in einer Brauerei extra das Anzapfen trainiert. Seine Vorgänger brauchten in aller Regel nur zwei Schläge, bis der Zapfhahn saß und das Bier floss.
«Ich freu’ mich sehr darauf und es ist mir eine gigantische Ehre», sagte Krause schon kurz nach seiner Wahl über die Wiesneröffnung. Er hoffe, mit zwei bis drei Schlägen auszukommen. Die erste Maß Bier reicht der Oberbürgermeister traditionell dem bayerischen Ministerpräsidenten - CSU-Politiker Markus Söder erhält somit erstmals seine Wiesnmaß aus der Hand eines Grünen. Erst nach dem erfolgreichen Anstich durch den OB im Schottenhamel-Zelt darf in allen Festzelten Bier ausgeschenkt werden.
Fast 16 Euro für die Maß
Das Bier ist einmal mehr etwas teurer als im Vorjahr. Eine Maß kostet zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Im Durchschnitt werden damit 15,61 Euro fällig - 2,38 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Wer sparen möchte, holt sich kostenloses Trinkwasser: Auf dem Festgelände stehen Trinkwasserbrunnen zur Verfügung, zehn waren es im Vorjahr.
Auch wenn der Wiesn-Bierpreis ein immer wieder diskutiertes Politikum ist, im internationalen Vergleich ist es laut Wirtesprecher Peter Inselkammer vergleichsweise günstig - etwa, wenn man die Maß Bier für 24 Dollar in einem großen bayerischen Wirtshaus in Las Vegas als Maßstab nimmt.
Schampus ohne Dusche
Die Wiesn ist ein Fest des Bieres, an die sieben Millionen Liter rinnen alljährlich durch durstige Kehlen. Vielleicht war das ein Grund für manchen Gast, Champagner nicht zu trinken, sondern den Korken knallen zu lassen und das Getränk in einer Fontäne über andere Gäste zu gießen. So wurde es gerne auch in sozialen Medien gepostet. Dieses Jahr soll damit Schluss sein: Diese sogenannten Champagner-Duschen sind nun in den Zelten verboten. Allzu ausschweifenden Sitten soll wohl so Einhalt geboten werden.
Drei neue Fahrgeschäfte
Drei Fahrgeschäfte feiern ihre Wiesn-Premiere. Das «Shake & Roll» ist eine Weiterentwicklung des klassischen «Break Dance». Beim «Fischerman's» gibt es laut Vorankündigung der Stadt auf drei Etagen «Spaß, Action und Wasserabenteuer». Das «Chaos Pendel» wirbelt die Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft.