Mörderin überlebt Hinrichtung: Details zu Gesundheitszustand
Autor: dpa
, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein, kann jedoch nur in begrenztem Umfang sprechen. Vor Gericht bereiten sie vor, eine weitere mögliche Hinrichtung anzufechten.
Eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee beschreiben die Anwälte der zum Tode verurteilten US-Amerikanerin Christa Pike (50) Verwirrungszustände ihrer Mandantin. Es gebe Momente, in denen sie für eine Weile abdrifte, erklärte Pikes Anwalt Randy Spivey am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach einer Verhandlung am Gericht in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee.
Demnach sei die 50-Jährige «kognitiv immer noch sehr verwirrt». Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen im Krankenhaus seien gewesen: «Wo bin ich und wer seid ihr», sagte Spivey auf Nachfrage von Journalisten. Sie sei sich jedoch im Klaren darüber, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten. Spivey sagte, er glaube, Pike sei im Moment «wütend und verwirrt» wegen all dem.
Pike waren am vergangenen Mittwochabend nach Angaben der Behörden die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden. Dennoch lebte sie weiter. Die US-Amerikanerin war am Dienstag nach Angaben ihrer Anwälte wieder bei Bewusstsein, nachdem sie in einem Krankenhaus im Raum Nashville künstlich beatmet worden war.
Anwälte: Pike hat langen Weg der Genesung vor sich
Nun habe die verurteilte Mörderin ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme, und könne keine der Gliedmaßen bewegen. «Wir wissen nicht, ob und inwieweit sie die Funktion wiedererlangen wird», sagte Spivey. «Ihre Hände sahen aus, als hätte man einen OP-Handschuh aufgeblasen», beschrieb Spivey. Außerdem sei Pike an einer Lungenentzündung erkrankt und werde ernährt. Sie habe einen langen Weg der Genesung vor sich.
Ihre Anwälte zeigten sich überrascht, dass Pike eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung das Bewusstsein wiedererlangte. «Am Montagabend gingen wir davon aus, dass Christa hirntot war, und dass die lebenserhaltenden Maßnahmen am nächsten Tag abgeschaltet werden würden», erklärte Spivey. Zur «großen Überraschung aller», sei Pike aufgewacht und habe begonnen zu sprechen.
Anwalt: Pike kann «in begrenztem Umfang sprechen»
Pike habe bis Dienstag «nicht mit ihren Anwälten und nicht mit ihrem medizinischen Betreuungsteam kommunizieren können», sagte Anwalt Luke Ihnen am Mittwoch bei einer Gerichtsverhandlung zu dem Fall in Nashville. Sie könne überdies lediglich «in begrenztem Umfang sprechen».
Vor dem Hinrichtungsversuch habe die 50-Jährige ein Tablet genutzt, mit dem sie Freunde, Familie und Anwälte kontaktieren konnte. Auf Nachfrage der Richterin erklärte Anwalt Ihnen, dass sie jedoch nicht sicher seien, ob Pike im Moment ein Tablet bedienen könne, selbst wenn ihr eines zur Verfügung gestellt werden würde.