Fröhliche Partys zum Jahresstart - aber wieder Böllertote
Autor: Christian Thiele und Matthias Armborst, dpa
, Donnerstag, 01. Januar 2026
26 Stunden dauerte es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht war. Wie lief die Silvesternacht in Deutschland? Eine Bilanz.
Zum Jahreswechsel hat es in Deutschland wieder Tote und Verletzte durch Pyrotechnik, Angriffe auf Einsatzkräfte und zahlreiche Brände gegeben. Mindestens zwei Menschen starben durch selbstgebaute Böller. In der Hauptstadt gab es Hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in Berlin waren im Großeinsatz. Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland stiegen am Brandenburger Tor, in Hamburg am Hafen und in der Münchner Innenstadt, wo Zehntausende friedlich feierten.
In den Schweizer Alpen endete eine Party in einem Feuer-Inferno: Dutzende Menschen kamen in einer Bar im noblen Skiort Crans-Montana ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Die Tragödie ereignete sich gegen 01.30 Uhr in einer Bar, in der Hunderte Menschen ins neue Jahr feierten. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.
Tote durch Pyrotechnik in Bielefeld
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen nicht zugelassenen Silvesterböller zu zünden, schwer an der Hand verletzt. Ein 14-Jähriger in Starnberg erlitt mittelschwere Handverletzungen, als er versuchte, eine Rakete aus der Hand zu starten.
Ein Mann in Merseburg in Sachsen-Anhalt versuchte laut einer Polizeisprecherin, einen von zwei Profi-Sprengkörpern in seiner Hand anzuzünden, wodurch auch der zweite explodierte. Der 28-Jährige erlitt eine schwere Handverletzung. In der niederländischen Großstadt Nijmegen an der deutschen Grenze kam ein 16-Jähriger bei einem Unfall mit einem Böller ums Leben.
Bereits am Silvestertag kam es in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Bochum zu einer Explosion. In einer angrenzenden Wohnung musste eine 70-jährige Frau reanimiert werden - sie starb später im Krankenhaus. Eine Bewohnerin und ein 46 Jahre alter Besucher wurden vorläufig festgenommen. «Bild.de» berichtete, es sei mit unerlaubten Böllern hantiert worden.
Allein das Unfallkrankenhaus Berlin im Ortsteil Marzahn meldete in der Nacht 30 Patienten «mit zum Teil schweren Handverletzungen», nötig gewesen seien «Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand». Und: «Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat.»
In den Niederlanden eskalierte die Lage zu Silvester. Hier waren Böller und Raketen zu diesem Jahreswechsel zum letzten Mal erlaubt. Es gab etliche Schwerverletzte und zwei Tote. Die Bereitschaftspolizei war landesweit im Dauereinsatz und es gab 250 Festnahmen. In einigen Städten wurden Wasserwerfer eingesetzt. «Letzte Nacht ist es zu vielen Bränden, Zerstörungen und Gewalttaten gekommen», sagte Vize-Polizeichef Wilbert Paulissen. Zahlreiche Autos gingen in Flammen auf. In Amsterdam brannte die monumentale Vondelkirche bis auf die Grundmauern nieder.