Angeklagte Block äußert sich erneut und korrigiert Aussage
Autor: Stephanie Lettgen und Berhard Sprengel, dpa
, Dienstag, 25. August 2026
Die angeklagte Mutter im Block-Prozess gibt erneut eine Erklärung ab. Ihre Erinnerung habe sie in einigen Punkten getäuscht. Wenn sie über ihre Kinder spricht, wird sie sehr emotional.
Nach mehreren Monaten des Schweigens hat die angeklagte Mutter Christina Block im Prozess um die Entführung ihrer Kinder nun wieder das Wort ergriffen. Sie wolle einige Punkte ihrer Aussage aus dem Juli 2025 korrigieren und auf andere Aspekte näher eingehen, sagte die Unternehmerin vor der Strafkammer am Landgericht Hamburg. Mehrmals brach ihr die Stimme weg, als sie über ihre Kinder sprach.
Die 53-Jährige betonte noch einmal, vorab nichts von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 gewusst zu haben. «Ich war weder vorbereitet noch habe ich mit der Rückkehr gerechnet.» Es gebe auch keine Tagebucheinträge dazu von ihr.
Beschaffung von Informationen im Sorgerechtsstreit
Block räumte aber ein, dass es bereits bei dem ersten Gespräch mit dem mutmaßlichen Chef der Entführer, David Barkay, um die Kinder gegangen sei - aber nur um die Beschaffung von Informationen, die im Sorgerechtsstreit helfen sollten. Zu Prozessbeginn hatte sie ausgesagt, Barkays Sicherheitsfirma habe sich zu Anfang nur um die Cybersicherheit in der Block-Gruppe kümmern sollen.
Das hatte Barkay in seiner Zeugenaussage als unwahr bezeichnet. Seine Angaben hätten die Erinnerung an das erste Gespräch mit ihm zurückgebracht, sagte Block. Sie wisse nun wieder, dass das erste Gespräch in einem Restaurant stattfand, nicht wie von ihr angegeben in einem Hotel. Die Geschehnisse seien lange her, lautete ihre Begründung.
Gut eineinhalb Stunden redete die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House» und will ihre Erklärung am Mittwoch fortsetzen.
Sieben Angeklagte im Block-Prozess
Der Fall Block hat eine lange Vorgeschichte. Der in Dänemark lebende Vater Stephan Hensel hatte seine beiden Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht wie vereinbart zu seiner Ex-Ehefrau Christina Block nach Hamburg zurückgebracht. Viele gegenseitige Vorwürfe und ein langer Sorgerechtsstreit folgten.
Block ist angeklagt, die israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort des Vaters in Dänemark nach Deutschland zu entführen.