Lava-Spektakel, aber Reisechaos: Ätna legt Catania lahm
Autor: Robert Messer und Lena Klimkeit, dpa
, Mittwoch, 12. August 2026
Der Ätna kommt nicht zur Ruhe und der Flughafen Catania bleibt dicht: Für zahlreiche Urlauber wird das spektakuläre Naturschauspiel zum Alptraum. Lange Schlangen und gestrichene Flüge sind die Folge.
Während am Ätna glühende Lavaströme den Hang hinabfließen, Asche in den Himmel steigt und der Vulkan spektakuläre Bilder bietet, sind es für Tausende Urlauber auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien nervenaufreibende Tage. Wegen der Aschewolken ist der Flugbetrieb Flughafen Catania unweit des Ätnas lahmgelegt: Der Airport bleibt bis mindestens Donnerstag 16.00 Uhr geschlossen - womöglich wird die Sperre verlängert.
Für eine österreichische Urlauberin beispielsweise wurde der Vulkanausbruch zur persönlichen Odyssee. Ihr Flug sollte ursprünglich am Montagmorgen starten, zunächst wurden mehrere Flüge gestrichen. Kurz darauf sagte die Airline auch ihren Flug ab. «Es war echt knapp», erzählte sie der Deutschen Presse-Agentur. Glück hatte sie, weil sie zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer Unterkunft im Zentrum von Catania war. Sonst hätte sie mitten im Chaos am Flughafen gestanden.
Lange Schlangen, überfüllte Schalter am Flughafen
Denn am Flughafen zeigt sich das ganze Ausmaß des Reisechaos: Lange Schlangen bildeten sich vor den Schaltern der Airlines, Reisende suchten verzweifelt nach Alternativen, Flüge werden teils kurzfristig gestrichen, verspätet oder umgeleitet. Familien stehen mit ihren Koffern verzweifelt auf dem Airport und richten sich erst einmal notgedrungen auf den Sitzbänken ein.
«Es gibt Menschen, die sich keine Hotelübernachtungen leisten können, und andere, die hier sind und hoffen, dass sich die Lage jeden Moment bessert und sie abreisen können», sagte Anna Quattrone von der Betreibergesellschaft des Flughafens der Tageszeitung «La Repubblica».
Und in der Warteschlange vor einem Info-Schalter sagte eine italienische Passagierin der Zeitung: «Der Urlaub war wunderschön, aber dieses Ende hätten wir uns wirklich sparen können.» Es herrsche großes Chaos und niemand sage etwas: «Wir navigieren auf Sicht und behalten die Anzeigetafeln im Auge.»
Mehrere Stunden am Handy zum Umbuchen
Für die Österreicherin gestaltete sich Suche nach einer Alternative auch schwierig. Das Buchungsportal der Airline war überlastet. Mehrere Stunden habe sie mit Umbuchungsversuchen verbracht, über App, Chatbot und Kundenservice. Am Ende entschied sie sich für eine umständliche Verbindung mit mehrmaligem Umsteigen vom italienischen Festland aus. Um aber dort hinzukommen, musste sie den Zug inklusive Fährfahrt nehmen, um von Neapel abfliegen zu können.
Ihre Erfahrung steht beispielhaft für die derzeit angespannte Lage. Wer Catania und die Gegend an der Ostküste Siziliens verlassen will, weicht - wenn er kann - auf andere Flughäfen aus. Die Inselhauptstadt Palermo ist zwar nicht von der Aschewolke betroffen, in der Hauptreisezeit sind viele Verbindungen am dortigen Flughafen jedoch bereits ausgebucht. Andere Reisende nehmen den Zug Richtung Festland. Doch auch dort sind die Kapazitäten inzwischen sehr begrenzt.