Millionen-Coup: Bank-Einbrecher kamen durch manipulierte Tür
Autor: Marc Herwig und Rolf Schraa, dpa
, Dienstag, 13. Januar 2026
Wie kamen die Einbrecher so einfach in die Gelsenkirchener Sparkasse? Die Polizei hat nun eine erste Spur gefunden - und zwar an einer Fluchttür.
Beim Millionen-Coup in der Sparkasse Gelsenkirchen sind die Täter offensichtlich durch eine manipulierte Fluchttür in das Gebäude gelangt. Die Tür könne eigentlich nicht von außen geöffnet werden, teilte die Polizei mit. Durch die Manipulation habe sie aber nicht mehr richtig geschlossen und den Tätern sei «ein ungehinderter Zugang vom Parkhaus in das Sparkassengebäude möglich» gewesen.
Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich schließlich zielgerichtet mit einem 40 Zentimeter großen Loch direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer gebohrt. Dort räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, ist eine zentrale Frage bei den Ermittlungen.
Geprüft werde unter anderem, ob die Alarmanlage ausgeschaltet oder kaputt war - oder ob es den Tätern gelungen sein könnte, sie zu überlisten, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bei einer Sondersitzung des Innenausschusses. «Da stellen sich eine Reihe von Fragen.»
230 Ermittler suchen nach der Bande
Die Polizei hat inzwischen 230 Beamte nur für die Ermittlungen in dem Fall abgestellt. Der Anspruch sei: «Das Ding klären wir auf», sagte Reul.
Die Arbeit sei allerdings mühsam. Im Tresorraum und dem danebenliegenden Archivraum hätten nach der Tat etwa 500.000 Gegenstände auf dem Boden gelegen. «Das sieht aus wie eine Müllkippe», sagte Reul. Alles müsse nun akribisch untersucht werden. «Auf jedem dieser Gegenstände könnten relevante Spuren sein.»
Allerdings hatten die Täter den Tresorraum vor ihrer Flucht noch mit «verschiedenen chemischen Flüssigkeiten kontaminiert», um etwa DNA-Spuren zu verwischen, wie die Polizei mitteilte.
Hat ein Insider den Kriminellen geholfen?
Wer die Tür vom Parkhaus in die Filiale manipuliert hat, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin. Zuletzt war schon viel darüber spekuliert worden, ob die Täter Hilfe von einem Insider hatten. Innenminister Reul betonte, dieser Frage müsse man nachgehen - es gebe aber noch keinen konkreten Verdacht.