Brand an Ferienküste – Urlauber bangen um Wohnwagen und Zelt
Autor: Michael Evers, dpa
, Donnerstag, 23. Juli 2026
Plötzlich Evakuierung statt Strand: Tausende Urlauber müssen ihre Campingplätze verlassen – und hoffen, ihre Habseligkeiten unversehrt wiederzufinden. Die Atlantikküste ist auch bei Deutschen beliebt.
Hals über Kopf müssen die Touristen aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern an der Atlantikküste bei Bordeaux ihre Campingplätze und Ferienquartiere verlassen. Wegen eines Waldbrandes, der seit Mittwoch immer weiter um sich greift, haben die französischen Behörden nach eigenen Angaben inzwischen fast 20.000 Menschen, überwiegend Touristen und auch Einheimische, vorsorglich evakuiert.
Zahlreiche Löschflugzeuge, lange Schlangen von Feuerwehrautos auch aus anderen Teilen Frankreichs und Militärkräfte sind in der Region im Einsatz, die der apokalyptische Brand mit riesigen Flammen und Rauschschwaden mitten in der Hauptsaison trifft. Parallel zu dem Großaufgebot an Einsatzkräften packen die Einheimischen solidarisch und spontan selbst mit an, wie die örtliche Zeitung «Sud-Ouest» berichtete. Sie stehen den Urlaubern bei oder schmieren im Akkord Sandwiches für die Feuerwehrleute.
Urlauber müssen Zeltplätze und Ferienzentren räumen
Am Mittwochmittag brach das Feuer in der Ortschaft Saumos in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion aus – am Abend und in der Nacht ließ die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, Campingplätze und Ferienzentren räumen. Am Mittag dann gibt es einen weiteren Evakuierungsbefehl, der rund 8.800 Menschen betrifft. Hunderte Touristen vom Campingplatz des Ortes Le Porge etwa finden ein Notquartier in einer Halle im unweit gelegenen Lège-Cap-Ferret.
«Le Porge ist unser Herz», sagen Hannah und Katharina, die viele Jahre nach Urlauben in ihrer Kindheit dorthin mit ihren Ehemännern und Kindern an die Atlantikküste zurückgekehrt sind, dem Reporter des Blattes «Sud-Ouest». «Die Kleinen waren anfangs etwas verängstigt, aber jetzt geht es ihnen gut. Wir hoffen, unseren Wohnwagen wiederzufinden und unseren Urlaub fortzusetzen.»
Urlauber bangt: Hoffentlich wird niemand verletzt
Jérémie, ein Gastronom und Einwohner von Lège, bietet den Urlaubern seine Hilfe an. Neben ihm steht Basile, der aus Lille in Nordfrankreich zum Urlaub an die Atlantikküste gekommen ist: «Ich wünsche mir vor allem, dass niemand verletzt wurde, und dass ich mein Zelt wiederfinde.»
Das aus Brest weiter nördlich an der Küste stammende Paar Patricia und Bernard hatten mit ihrem Wohnmobil eigentlich einen dreitägigen Zwischenstopp in Le Porge auf dem Rückweg von einem Korsika-Urlaub eingeplant. «Wir hatten gerade das Wohnmobil abgestellt und die Markise ausgefahren, als man uns aufforderte, den Platz zu verlassen», erzählt Bernard dem Zeitungsreporter. «Schon bei der Ankunft konnten wir das Feuer entlang der Umleitungen deutlich sehen.» Die Evakuierung verläuft für sie unproblematisch. Sie können ihr Wohnmobil in Lège auf einem Parkplatz abstellen und dort die Nacht verbringen.
Eine gute Nachricht, die die Behörden immer wieder betonen, gibt es aber. Denn bislang wurde niemand verletzt. Die Sicherheitsmaßnahmen erfolgten vorsorglich, betonte die Präfektur des Departements Gironde.