Social-Media-Verbot? Was Experten von der Leyen raten
Autor: Niklas Treppner, dpa
, Montag, 13. Juli 2026
Ab wann ist man alt genug für TikTok, Snapchat und Co.? Experten sollten für die EU-Kommission klären, ob es ein Social-Media-Verbot braucht. Ihre Antworten sind auch für die deutsche Debatte wichtig.
Kinder unter 13 Jahren sollten in Deutschland und anderen EU-Staaten nach der Vorstellung von Experten der EU-Kommission keinen unbeschränkten Zugang zu sozialen Medien haben. Die von Ursula von der Leyen beauftragten Fachleute sprechen aber bewusst nicht von einem Social-Media-Verbot und gestehen den Mitgliedsländern Freiheiten bei der Festlegung höherer Altersgrenzen zu. Die Empfehlungen könnten für einen EU-Vorschlag nach dem Sommer wegweisend sein.
Was die Experten für welche Altersgruppen raten und was sich damit ändern würde - Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Was empfehlen die Experten konkret?
Grundsätzlich sprechen sich die Experten dafür aus, den Zugang für Kinder unter 13 Jahren in allen EU-Mitgliedsländern zu beschränken. Bis dahin sollte die Nutzung sozialer Medien und anderer potenziell schädlicher digitaler Dienste laut dem Bericht nur unter Aufsicht der Eltern oder in einem pädagogischen Kontext sowie zeitlich begrenzt erfolgen.
Komplett tabu sollen soziale Medien für Kinder also nicht sein, wie Co-Autor Jörg Fegert im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärte: «Weil solche klaren Altersverbote das falsche Signal sind.» Man müsse im Grundschulalter und der Vorpubertät auch einen begrenzten Zugang ermöglichen, damit Kinder Digitales unter Anleitung ihrer Eltern oder in der Schule ausprobieren könnten. Für Kleinkinder raten die Fachleute bis zu einem Alter von zwei Jahren hingegen gänzlich von der Nutzung ab.
Und ab 13?
Deutschland und anderen Mitgliedsländern gestehen die Experten zu, etwa aufgrund kultureller Unterschiede auch höhere Altersgrenzen vorzuschreiben. In Frankreich ist etwa ein Verbot für Kinder und Jugendliche bis 15 geplant.
Grundsätzlich finden die Wissenschaftler aber, Jugendliche sollten ab 13 zunehmend selbstständig Zugang zu altersentsprechenden Social-Media-Angeboten haben. Solche Zugänge müssten aber standardmäßige Sicherheitsvorkehrungen haben, fügte Fegert hinzu. Er spricht von einer Beweislastumkehr.
Die Online-Plattformen müssten mit veränderten Geschäftsmodellen beweisen, dass sie nicht mehr so erhebliche Risiken für die Kinder und Jugendlichen darstellten. Ein Suchtrisiko entsteht laut Bericht etwa durch die Möglichkeit, endlos zu scrollen.