Musk prophezeit Billionen-Umsatz für SpaceX - Aktie fällt
Autor: dpa
, Mittwoch, 05. August 2026
Die Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk nahm beim Börsengang so viel ein wie kein anderes Unternehmen zuvor. Doch ihr Geschäft wirft weiter Verluste ab - und Musks Versprechen lassen die Börse kalt.
An wagemutigen Aussagen hat es Elon Musk noch nie gefehlt: Jetzt stellt der Tech-Milliardär für seine Weltraum- und KI-Firma SpaceX die Marke von einer Billion Dollar Jahresumsatz in Aussicht. Man rechne damit nun für 2030, ein Jahr früher als zuvor, sagte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch bekräftigte er Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und über den Satelliten-Internetdienst Starlink großen Telekommunikations-Anbietern Konkurrenz zu machen. Die Wall Street kaufte Musk die großen Versprechen diesmal nicht ab: Die SpaceX-Aktie fiel im frühen US-Handel am Mittwoch um rund neun Prozent.
SpaceX ist aktuell von der Billionen-Umsatzmarke weit entfernt. So gab es im vergangenen Quartal Erlöse von 7,8 Milliarden Dollar (6,75 Milliarden Euro) - nach einem Zuwachs von 92 Prozent im Jahresvergleich. Musk zufolge soll das explosive Wachstum vor allem aus dem Geschäft mit Künstlicher Intelligenz kommen.
Im vergangenen Quartal machte die KI-Sparte 2,56 Milliarden Dollar Umsatz - und investierte 15,8 Milliarden Dollar vor allem in den Ausbau von Rechenzentren. Rund 1,6 Milliarden der Erlöse kamen aus der Vermietung von Kapazität in Rechenzentren an Kunden wie die KI-Firma Anthropic und Google.
Derzeit kommt der Billionen-Marke beim Umsatz der Handels- und Cloud-Riese Amazon am nächsten, der im vergangenen Jahr Erlöse von knapp 717 Milliarden Dollar erzielte.
Geldbringer Starlink
Aktuell ist Starlink der zentrale Geldbringer von SpaceX. Im vergangenen Quartal wuchsen die Erlöse im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Auf Musks Internet aus dem All greifen unter anderem mehr Fluggesellschaften zurück. Das operative Ergebnis legte um 80 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Dollar zu. Die Zahl der Starlink-Kunden wuchs binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen.
Top-Managerin Gwynne Shotwell, die für das operative Geschäft zuständig ist, zeigte sich überzeugt, dass Starlink mit neuen leistungsstärkeren Satelliten den großen Mobilfunk-Anbietern Kunden abjagen könne. Der Dienst werde besser sein, äußerte sie sich zuversichtlich. Unter anderem könne man mit Satelliten die heutigen Bereiche ohne Mobilfunk-Internet abdecken. Das ist in einem so großen Land wie die USA ein reales Problem.
Hoffnungsträger Starship
SpaceX wurde in den vergangenen Jahren unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm. Mit den aktuellen Falcon-Raketen befördere man jährlich rund 2.500 Tonnen Nutzlast ins All, rechnete Musk vor. Eine zentrale Säule von Musks Zukunftsvision ist die Riesen-Rakete Starship, die aktuell noch Testflüge absolviert. Damit peile SpaceX die Marke von einer Million Tonnen jährlich und «potenziell zehn Millionen Tonnen» an, sagte er. «Wahrscheinlich» in einem Jahr werde man Starship «mindestens einmal pro Tag» starten sehen - und möglicherweise öfter. Beim Elektroautobauer Tesla, den Musk ebenfalls führt, verstrichen von ihm gesetzte Fristen oft, etwa für autonomes Fahren und neue Modelle.