Zuckerberg betonte bei der Vorstellung, dass die Meta-Brille deutlich leichter als die Vision Pro sei. Sie soll in den USA 1.299 Dollar kosten – während Apple sein Gerät ab einem Preis von 3.699 Dollar verkauft. Bei einer Kostprobe wirkte die Bildqualität in der Meta-Brille etwas schlechter als bei der Vision Pro, was an der geringeren Auflösung der Bildschirme vor den Augen liegen könnte.
KI-Brille mit Display auch in Deutschland
Inmitten einer laufenden Datenschutz-Debatte um Kamera-Brillen bringt der Konzern unterdessen auch seine KI-Brille mit kleinem Display in einem der Gläser auch nach Deutschland. Das Gerät wird knapp ein Jahr nach dem US-Start ab dem 13. Oktober zum Preis von 899 Euro verfügbar sein.
Meta hat auch verschiedene Kamera-Brillen ohne Display im Angebot und stellte auf der Connect zudem ein neues Modell ohne eine Kamera vor. Die Kameras in den Brillen sind nicht nur dafür da, Fotos und Videos aufzunehmen, sondern sollen auch Künstlicher Intelligenz (KI) von Meta vermitteln, was die Nutzer gerade sehen, damit sie ihre Antworten darauf anpassen kann.
Ein LED-Licht zeigt an, wenn die Kamera aktiv ist. Zuletzt gab es Kontroversen um die Geräte. Einige Nutzer versuchten, das Licht zu verdecken oder zu entfernen, andere nahmen damit etwa Belästigungen auf und veröffentlichten sie online. Auch in Europa gibt es Forderungen, Kamera-Brillen zu verbieten.
Meta-Manager: Bekämpfen missbrauch
Meta gehe gegen Missbrauch vor, sagte der zuständige Top-Manager Alex Himel der Deutschen Presse-Agentur. «Wir nehmen das sehr ernst.» Alle Brillen mit manipulierter LED-Anzeige seien abgeschaltet worden. Zudem scanne Meta Plattformen wie Instagram und Facebook, um Videos mit Belästigungen zu finden – «und dann löschen wir nicht nur die Inhalte, sondern blockieren auch die Accounts». Schließlich versuche Meta, bekannter zu machen, dass das Licht auf eine laufende Kamera hinweise. «Wir wollen, dass die Leute das wissen.» Aus Sicht von Meta ist die Anzeige auch deutlicher sichtbar als bei anderen Arten von Geräten, mit denen man Aufnahmen machen kann.
Mehr Datenschutz durch Verschlüsselung
Zuckerberg kündigte auf der Connect zudem an, dass einige Interaktionen der Nutzer mit ihren Brillen mit Komplettverschlüsselung verarbeitet werden sollen, so dass auch Meta keinen Zugriff auf die Daten haben werde.
An der Brillen-Version ohne Kamera habe Meta zwei Jahre gearbeitet, sagte Himel. Sie sei für die Situationen gedacht, in denen Audio ausreiche. Die Modelle sind äußerlich kaum von einer herkömmlichen Brille zu unterscheiden.
Keine allgemeine Gesichtserkennung
Im Winter hatte es Berichte gegeben, wonach Meta erwäge, Funktionen mit Gesichtserkennung auf die Brillen zu bringen. Der Software-Code, der darauf hinwies, verschwand dann im Sommer wieder. Himel betonte, Meta habe «absolut kein Interesse» daran, eine Datenbank aufzubauen, mit der man Fremde identifizieren könnte, oder auch nur die Nutzung einer solchen Funktion auf den Geräten zuzulassen.
Es könne aber auch differenzierte Szenarien geben wie Hilfe für Sehbehinderte oder Situationen, in denen die KI Nutzern helfen könnte, sich an Namen von Bekannten oder Kollegen zu erinnern. «Aber wenn wir so etwas entwickeln sollten, müssten wir das mit viel Bedacht und verantwortungsvoll machen», sagte Himel. Aktuell wende Meta aber «nicht viel Zeit oder Energie» auf solche Ideen auf, betonte er.