Gravierende Sicherheitslücke bedroht Millionen Webseiten
Autor: Christoph Dernbach, dpa
, Mittwoch, 21. Oktober 2026
Blogs, Onlineshops und Nachrichtenportale weltweit könnten ins Visier von Angreifern geraten. Die PHP-Lücke ermöglicht die Übernahme ganzer Server – wie groß ist die Gefahr für Nutzer?
Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke hat weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken gebracht. Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.
Sicherheitsexperten haben die Schwachstelle als hochkritisch eingestuft. Neben dem IT-Sicherheitsunternehmen Huntress und dem PHP-Sicherheitsteam hat auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm geschlagen und eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben.
Mehrere Bundesländer, Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser sind daraufhin vorsorglich offline gegangen und haben ihre Webseiten vorübergehend vom Netz genommen - solange, bis Entwickler die erforderlichen Sicherheitsupdates bereitstellen.
Für normale Internetnutzer kein direkter Handlungsbedarf
Für normale Internetnutzer besteht beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zwar kein direkter Handlungsbedarf, da sich die Sicherheitslücke nicht auf den Endgeräten der Anwender befindet, sondern auf den Servern im Hintergrund.
Dennoch können Verbraucher indirekt betroffen sein - etwa durch Ausfälle wichtiger Onlinedienste oder potenzielle Datenabflüsse auf nicht rechtzeitig geschützten Webseiten. Die Entwickler der Programmiersprache sowie Hosting-Anbieter weltweit arbeiteten daran, die Lücken zu schließen.
BSI stuft Risiko als sehr hoch ein
In seiner veröffentlichten Warnung ordnet das BSI das Risiko mit der Warnstufe «3 / Orange» als außerordentlich hoch ein. Dies bedeutet, dass unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, da eine starke Beeinträchtigung des Regelbetriebs droht. Das BSI wies explizit darauf hin, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgeht.
Rat der Experten unterstreicht Dringlichkeit der Lage
Das Amt machte deutlich, wie ernst die Lage ist, falls nicht umgehend Sicherheitsupdates installiert werden können: «Alternativ kann eine vorübergehende Trennung des Webservers vom Internet bis zum Einspringen des Patches erwogen werden, um eine Kompromittierung zu verhindern, sollten Patches nicht kurzfristig installiert werden können.»