Google lässt KI-Muskeln spielen
Autor: Andrej Sokolow, dpa
, Mittwoch, 20. Mai 2026
Viele Wege durchs Web starten in der Suchmaschine von Google. Und dann meist in der Suchmaske, in die man Anfragen eintippt. Jetzt will der Internet-Riese das Eingabefeld fürs KI-Zeitalter fit machen.
Im Wettlauf der KI-Entwickler setzt Google auf eigene Stärken wie die führende Web-Suchmaschine. So will der Internet-Riese Nutzer noch stärker über die Suche in seine Dienste mit Künstlicher Intelligenz reinholen. Viele der leistungsstärkeren neuen Fähigkeiten der Google-KI Gemini kommen hinter eine Bezahlschranke und sind zunächst hauptsächlich in den USA verfügbar.
Intelligentes Suchfeld
Google entwickelt seine über Jahrzehnte kaum veränderte Suchmaske für die Ära Künstlicher Intelligenz weiter. Unter anderem wird sich das Suchfeld nun nach Bedarf ausweiten, um längere Anfragen zu erlauben. Neben Text kann es auch mit Bildern, Dateien oder Videos befüllt werden. Zudem soll KI bei der Eingabe der Fragen über die bisherigen Ergänzungsvorschläge der Autovervollständigung hinausgehen und weit mehr leisten.
In den vergangenen Jahren wurde viel spekuliert, ob neue Rivalen, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz auf Anfragen eher Antworten statt Links liefern wollen, Googles führender Suchmaschine das Leben schwer machen könnten. Doch der Internet-Riese integrierte selbst solche Funktionen wie von Künstlicher Intelligenz erstellte Zusammenfassungen - und betont, dass die Suchfunktion dadurch mehr genutzt werde. Zugleich beklagen einige Webseiten-Betreiber, dass inzwischen weniger Nutzer über Google zu ihnen gelangen.
Die Google-Suche sei nun durch und durch eine KI-Suche, verkündete die zuständige Managerin Liz Reid auf der Entwicklerkonferenz Google I/O. Neben Zusammenfassungen soll die Suchmaschine künftig zum Beispiel bei komplexen Themen auch Erklärgrafiken generieren oder einen Fitness-Plan erstellen können. Idealerweise finde sie für jede Anfrage das passende individuelle Format, sagte Google-Manager Robby Stein.
«Informations-Agenten» sollen das Netz durchforsten
Insgesamt fokussiert sich Google inzwischen stark auf Künstliche Intelligenz. Zu den Ankündigungen der I/O gehören auch neue sogenannte KI-Agenten: Programme, die für die Nutzer eine Abfolge von Aufgaben eigenständig erfüllen können. Hier konkurriert Google mit KI-Firmen wie dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und Anthropic.
In der Suche etwa führt Google «Informations-Agenten» ein. Sie sollen das Web laufend nach vorgegebenen Informationen durchforsten und den Nutzern Hinweise geben. Ist man etwa auf der Suche nach einer Wohnung mit bestimmten Vorgaben, könnte ein Google-Agent Bescheid geben, wenn etwas Passendes auftaucht. Gemini werde zu einem «universellen Assistenten», sagte Google-Manager Josh Woodward.
Wie Google den Online-Einkauf umkrempeln will
Google hat zudem ambitionierte Pläne für den Online-Handel. Seit der Erfindung von KI-Agenten gibt es die Vision, dass sie eigenständig ins Netz losziehen könnten, um Dinge für Nutzer zu kaufen. Google will die Infrastruktur dafür entscheidend mitgestalten.