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Lippenstifte: Stiftung Warentest findet krebserregende Stoffe in Labello und Carmex


Autor: Redaktion

Berlin, Donnerstag, 23. Februar 2017

Stiftung Warentest hat 35 Lippenpflegestifte auf ihre Inhaltsstoffe getestet. Dabei wurden bei über der Hälfte der Produkte kritische Substanzen gefunden.
Labello, Blistex unc co. Stiftung Warentest stellt in vielen Lippenpflegestiften gesundheitsgefährdende Stoffe fest. Symbolbild: Jens Schierenbeck/dpa


Pflegestifte helfen gegen spröde und trockene Lippen und einige riechen auch noch gut und verleihen den Lippen einen schönen Glanz. Doch wer regelmäßig Lippenstifte benutzt, schluckt im Jahr durchschnittlich vier ganze Stifte. Deswegen ist es wichtig auf die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte zu achten. Die Stiftung Warentest hat 35 Lippenpflegemittel geprüft. In 18 Produkten fanden die Tester kritische Inhaltsstoffe.


Substanzen in Lippenpflegestiften könnten Krebs verursachen

Bei den kritischen Substanzen, die in über der Hälfte der getesteten Pflegestifte gefunden wurden, handelt es sich um erdölbasierte Inhaltsstoffe - sogenannte Mosh (Mineral oil saturated hydrocarbons) und Moah (Mineral oil aromatic hydrocarbons) und synthetische Kohlenwasserstoffe (Posh), die oft aus Ausgangsstoffen wie Kohle und Biomasse hergestellt werden.

Die gesundheitlichen Folgen der Substanzen sind nicht vollständig geklärt, sie stehen aber im Verdacht zum einen Krebs zu erregen und zum anderen sich in bedenklichen Mengen in Organen anzureichern. Schon die Menge an Mosh, die der Mensch über Lebensmittel aufnimmt wird von der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa als "potenziell bedenklich" eingestuft. Die Schadstoffe können sich im Körper, zum Beispiel in Fettgewebe, Leber und Milz, anreichern. Das berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift "test" (Ausgabe 3/2017).


Lippenpflege ohne Schadstoffe

Unter den belasteten Pflegestiften waren auch Produkte bekannter Marken. Die Tester empfehlen, statt solcher Produkte besser Naturkosmetik zu benutzen. Zertifizierte Naturkosmetik darf nämlich keine Mineralölbestandteile enthalten. Schadstofffrei waren im Test auch Produkte von Cien (Lidl), Balea (dm) oder Bepanthol.

Stiftung Warentest hatte zuletzt im Sommer 2015 Schadstoffe in Lippenpflege gefunden. Labello, Blistex und Carmex hätten seitdem den Moah-Gehalt reduziert, Lidl habe komplett von Mineralöl auf pflanzliche Fette umgestellt.


Lippenpflege mit Sonnenschutz

Stiftung Warentest testete diejenigen Produkte, die mit einem Sonnenschutz werben, auch auf ihren Lichtschutzfaktor. Fast alle dieser Pflegeprodukte hielten ihr Versprechen, nur ein Lippenpflegestift scheiterte im test um den UVA-Schutz. Die Pflegewirkung der Lippenkosmetika wurden von Stiftung Warentest nicht getestet, da es kein Standardverfahren gibt Pflegeeigenschaften auf Lippen zuverlässig zu beurteilen.