Forscher warnt: Das ist eine der größten Gefahren der aktuellen Coronakrise
Autor: Redaktion
Passau, Montag, 02. März 2020
Die größte Gefahr der aktuellen Coronakrise ist nicht das Virus selbst - dieser Meinung ist Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Wo genau die Gefahr für ihn liegt, dass hat er im Interview mit der PNP.de erklärt.
Gut einen Monat nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland (ein Mitarbeiter der Firma Webasto aus Stockdorf bei München wurde Ende Januar infiziert) ist die Zahl auf 150 Infizierte (Stand: 2. März 2020 - 12.30 Uhr) gestiegen. Zwar stuft das Robert Koch Institut die "Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als gering bis mäßig" ein, rechnet aber in seiner Risikobewertung fest mit einem "Import von weiteren Fällen nach Deutschland".
Für Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ist die Gefahr für die Gesundheit nicht das größte Problem, dass auf Deutschland zukommen wird. Wie er im Interview mit der Passauer Neuen Presse (PNP) erzählt, werden die wirtschaftlichen Folgen alles überlagern.
Auf Ignoranz folgt Panik
Auf Wochen der Ignoranz gegenüber der Folgen des Coronavirus, sei jetzt nun aber eine Panik wegen der Fälle in Italien ausgebrochen, so Fratzscher. Darüber zeigt es sich gegenüber der PNP besorgt. Diese Panik beherrsche aktuell die Märkte. Vor allem die Finanzmärkte sind eingebrochen. "Die Finanzmärkte sind ein Vorläufer von dem, was in der Güterwirtschaft folgen könnte.", warnt der Ökonom.
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Es könnte eine Teufelsspirale drohen, so Fratzscher. Sein Szenario: "Finanzmärkte werden absacken, Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren und Verbraucher ihre Nachfrage eindämmen." Für ihn ist die größte Gefahr die Panik, die in seinen Augen zu dieser Abwärtsspirale führen wird.
Hier sieht der Präsident des DIWs die Bundesregierung in der Pflicht: "Die Bundesregierung muss sich darauf fokussieren, Vertrauen so gut wie möglich zu erhalten, Anker der Stabilität zu sein und Panik zu vermeiden", sagte Fratzscher der Passauer Neuen Presse. Mit staatlichen Investitionen müssten die Unternehmen unterstützt werden. Für ihn wäre das zudem ein starkes Signal. Die Nachricht: "Ihr Unternehmen könnt euch auf uns - die Bundesregierung - verlassen." Auch in einer drohenden Wirtschaftskrise durch das Coronavirus.