Elite-Studenten feiern zu heftig: Keine Partys mehr im Bayerischen Landtag
Autor: Redaktion
München, Donnerstag, 15. Dezember 2016
Weil Elite-Studenten zu heftig im Bayerischen Landtag gefeiert haben, dürfen dort keine Partys mehr veranstaltet werden.
Die Elite-Stipendiaten der Stiftung Maximilianeum im Landtag sind sehr kluge, sehr höfliche und - in aller Regel - sehr brave Studenten. Die Grünen, die ihre Büros direkt über ihren Studentenzimmern im Südbau des Landtags haben, nennen sie liebevoll "Stiftlinge". Man kann mit ihnen - allesamt Einser-Abiturienten - geistreiche Gespräche führen. Und wenn die Fraktionen im Landtag etwas zu feiern haben, dann sind die schlauen Studenten oft gern gesehene Gäste.
Mit den Partys, welche die Stipendiaten hin und wieder selbst im Landtag veranstalten, ist es nun aber erst einmal vorbei. Der Vorstand der Stiftung hat ein Partyverbot ausgesprochen, nachdem eine Feier - nun ja - etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Etwa 300 junge Leute, so heißt es, waren da, darunter offenbar auch einige, die gar nicht eingeladen und nur via Facebook auf die Party aufmerksam geworden waren.
Scherben und Flecken
Es kam, wie es halt oft so kommt: Es wurde kräftig gesoffen, ordentlich gekotzt und auch sonst einiger Unfug getrieben. Hauptopfer waren die Grünen. In den Gängen vor ihren Büros und in einem Konferenzraum musste erst aufgeräumt und allerlei Hinterlassenschaften und Scherben beseitigt werden, ehe wieder gearbeitet werden konnte. Graue Flecken auf dem Monumentalgemälde "Kaiserkrönung Ludwigs des Bayern in Rom" im Steinernen Saal lassen den Verdacht zu, dass sogar direkt vor dem Plenarsaal die Sektkorken knallten. Andererseits heißt es, die Stipendiaten hätten Wodka getrunken.
Die Spritzer könnten also auch älter sein. Gesichert wurden die eindeutigen Spuren der Fete bereits am Sonntag von dem SPD-Abgeordneten Peter Paul Gantzer, der auf dem Weg in sein Büro auf jede Menge leere Flaschen aufmerksam geworden war. Der altgediente Polizeiexperte der Landtags-SPD hat den Verdacht, dass der Sicherheitsdienst, den die Stiftung engagiert hatte, um den Einlass zur Party zu kontrollieren, "total versagt" hat. Darüber müsse im Arbeitskreis Sicherheit geredet werden.
Ob weitere Konsequenzen gezogen werden, ist noch offen. Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD), die den Arbeitskreis leitet, sagt: "Es soll sicherer werden, aber der Landtag soll ein offenes Haus bleiben."