Seit 2013 hat der EDV-Zeichner Georg Thiel keine Rundfunkgebühren mehr gezahlt. Dafür, und weil er keine Auskünfte über sein Vermögen geben wollte, sitzt er seit 25. Februar 2021 in einem Münsteraner Gefängnis. Ursprünglich war geplant, den Rundfunkbeitrag zum 1. Januar 2021 auf 18,36 Euro anzuheben - doch kurz vor dem Jahreswechsel scheiterten die Sender mit einem Eilverfahren.

Über das Schicksal Thiels berichteten mehrere Medien, darunter auch die Bild.  Wie die Welt am Donnerstag (10. Juni 2021) berichtet, habe sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ihr gegenüber zu dem Fall geäußert. Laut Aussage eines Sprechers sei die Erzwingungshaft "bedauerlich".

1827 Euro GEZ-Schulden: Rundfunkbeitrag-Gegner seit Februar in Haft

Was war passiert? Georg Thiel hat im Jahr 2013 die Zahlungen an den "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice" (bis 2012: GEZ - Gebühren-Einzugs-Zentrale von ARD, ZDF und Deutschlandradio) eingestellt. So kamen 1827 Euro GEZ-Schulden zusammen. Am 25. Februar 2021 habe ihn laut Bild eine Gerichtsvollzieherin in Erzwingungshaft gesteckt, weil er die Zahlung der Gebühren verweigert und keine Auskunft über sein Vermögen erteilt hat.

Seitdem hat er sogar einen Hungerstreik angetreten und den WDR um Freilassung gebeten - erfolglos. Wie der Focus berichtet, erklärte der Sender: "Sich der gesetzlichen Beitragspflicht zu entziehen und Zahlungen zu verweigern, ist insbesondere all jenen gegenüber nicht gerecht, die den Rundfunkbeitrag ordnungsgemäß entrichten.“

Thiel ließ daraufhin via Bild verlauten: "Ich sitze meine Zeit hier ab. Noch mal bettel ich nicht um meine Freilassung.“ Seine Haft dürfe laut Gesetz höchstens sechs Monate dauern.

"Protest gegen schändliche GEZ-Gebühr"

Der 53-Jährige sieht seine Haltung als  "Protest gegen die schändliche GEZ-Gebühr", verriet er der Bild in der JVA. Seine Argumentation: „Ich verdiene 14.000 Euro im Jahr, WDR-Chef Buhrow 400.000 Euro – aber wir zahlen beide 17,50 Euro.“

Thiel verlangt, dass ARD und ZDF endlich sparen und sich auf Nachrichten konzentrieren sollten.

Teure Events sollten die öffentlich-rechtlichen Sender den Privaten überlassen.

Zustimmung und Kritik in sozialen Medien

In den sozialen Medien sorgt der Fall erwartungsgemäß für Aufsehen. Auf Twitter finden sich Hashtags wie "GeorgThiel" oder "FreeGeorgThiel", unter denen die Abschaffung der Zwangsgebühren gefordert wird. Aber es gibt auch andere Meinungen, die das Verhalten des EDV-Zeichners kritisch sehen. Ein Nutzer schreibt am 9. Juni: "Wer nicht bezahlt, muss halt Konsequenzen spüren. #GeorgThiel ist ein Straftäter mehr aber auch nicht. Ich kann auch nicht ohne zu bezahlen Bus oder Zug fahren. Das Leben ist nicht ein Wunschkonzert. Wenn er keine Rundfunkgebühren zahlen will, soll er halt Deutschland verlassen." 

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Ein weiterer Twitter-Nutzer stellt sich Tweets entgegen, in den Thiel zum "politischen Gefangenen" erkoren wird: Seiner Auffassung sitze der Mann "nicht im Knast, weil er den GEZ-Beitrag nicht bezahlt hat, sondern weil er sich weigert, eine Vermögensauskunft zu erteilen. Das mag man nicht schön finden, ist aber ein relevanter Unterschied. Er könnte sich selbst befreien & ist sicher kein politischer Häftling."

In Hessen bestehen zwei Bürger darauf, ihren Rundfunkbeitrag in bar zu zahlen - doch der Hessische Rundfunk verweigert das. 

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