Listerien können in vielen Lebensmitteln vorkommen. Wo sie auftreten, für wen sie gefährlich sind und wie Sie sich schützen können, lesen Sie hier.
Das Verkaufsverbot und den
Rückruf von Fleischwaren der Firma Sieber begründen die Behörden mit dem Verdacht auf Listerien.
Was sind Listerien?Man sieht sie nicht, und doch können Listerien in Lebensmitteln kranken Menschen und Kindern erheblich zusetzen. Die gefährlichen stäbchenförmigen Bakterien, die jetzt in der Wurst eines Unternehmens in Oberbayern gefunden wurden, kommen in der Natur häufig vor - etwa im Kompost, in der Erde und auf Pflanzen. Tierische und pflanzliche Produkte können sowohl über Fäkalien wie auch über die Umwelt kontaminiert werden.
Welche Lebensmittel können betroffen sein?Eine Kontamination von Lebensmitteln mit Listerien kann auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Verarbeitung erfolgen. Gefährdet sind vor allem rohe Tierprodukte wie Hackfleisch, Sushi und Rohmilchkäse. Denn die Verarbeitung verseuchter Rohstoffe führt nicht immer zur Abtötung der Bakterien: Listerien sind sehr widerstandsfähig. Sie überstehen sowohl Tiefgefrieren als auch Trocknen. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien dagegen sicher ab.
Besonders betroffene Lebensmittel sind- an- und aufgeschnittene (Brüh-)Wurst, Wurst- und Fleischpasteten,
- kurz beziehungsweise schnell gereifte Rohwurstsorten (z. B. Zwiebelmettwurst, Teewurst),
- rohes Fleisch (z. B. Tartar, Mett, Bratwurstgehäck),
- rohe (unpasteurisierte) Milch und daraus hergestellte Produkte (z. B. Rohmilchkäse),
- Weichkäse (vorwiegend Käse mit Rotschmierebildung und da vor allem die Rinde durch nachträgliche Kontamination), z. B. Romadur und Roquefort,
- Sauermilch-, Schafs- und Ziegenkäse,
- Räucherfisch (Lachs).
Sieber-Wurst: Diese Produkte könnten mit Listerien belastet sein
Was passiert, wenn ich Listerien zu mir nehme und was ist Listeriose?Nur ein kleiner Anteil von Menschen, die Listerien aufnehmen, erkrankt auch tatsächlich an Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit
grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen oder Erbrechen und Durchfall - oft erst bis zu acht Wochen nach dem Verzehr.
Für wen ist Listeriose gefährlich? Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Personen: Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Transplantierte und Schwangere. Bei ihnen sowie bei Ungeborenen
kann Listeriose zum Tod führen.
Wie häufig tritt Listeriose auf und wie wird die Krankheit behandelt? In Deutschland gibt es im Durchschnitt 400 bis 650 Fälle pro Jahr. Listeriose wird mit Antibiotika behandelt. Zur Vorbeugung empfehlen Experten unter anderem, Fleisch- und Fischgerichte gründlich zu garen, auf rohes Fleisch oder Fisch zu verzichten sowie Obst und Gemüse gründlich zu waschen.
Wie kann ich mich vor einer Infektion durch Listerien schützen? Folgende Regeln sollten im Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden:
- Fleisch- und Fischgerichte vollständig durchgaren,
- Rohmilch abkochen,
- Hackfleisch nicht roh essen.
- Schwangere sollten zusätzlich vorsorglich auf den Genuss roher Fleisch- und Milcherzeugnisse verzichten und generell bei Käse die Rinde entfernen.
- Bei leicht verderblichen Lebensmitteln auf das Verbrauchsdatum achten und besonders Produkte in Vakuumverpackungen möglichst lange vor diesem Datum verbrauchen.
- Zur Vermeidung einer nachträglichen Kontamination allgemein die Regeln der Küchenhygiene einhalten.
- Weil sich Listerien auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren können, Aufbewahrungszeiten im Kühlschrank möglichst kurz halten und frisch gekochte Speisen vor dem Kühlen gut abdecken, um nachträgliche Kontaminationen zu vermeiden.
Infos des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der dpa