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[Video] Nach Rauswurf: So tränenreich beendet Kevin Großkreutz seine Karriere


Autor: Redaktion

Stuttgart, Freitag, 03. März 2017

Tränenreich verabschiedet sich Fußballspieler Kevin Großkreutz auf der Pressekonferenz vom Verein und den Fans des VfB Stuttgart.
Unter Tränen gibt der ehemalige Spieler des VfB Stuttgart Kevin Grosskreutz am 03.03.2017 im Vereinsheim des VfB in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Rahmen einer Pressekonferenz ein Statement zu den vergangenen Vorfällen, und entschuldigt sich unter anderem bei seiner Familie und den Fans. Der Vertrag mit dem Spieler sei laut Aussage des Sportvorstands Jan Schindelmeiser einvernehmlich aufgelöst worden Foto: Lino Mirgeler/dpa


Dann ging alles ganz schnell: Anfang der Woche war bekannt geworden, dass sich Fußballspieler Kevin Großkreutz auf einer Party mit Jugendlichen geprügelt hatte, am Freitag trennte sich der VfB Stuttgart von ihm.

Am Freitagmittag stellten sich Sportvorstand Jan Schindelmeister und Pressesprecher Tobias Herwerth in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. "Kevin weiß, dass er großen Mist gebaut hat", sagte einer der VfB-Chefs. Die Profis sollten für Jugendliche ein Vorbild sein. "Dieser Rolle ist er nicht gerecht geworden."

Doch auch ein sichtlich mitgenommener Kevin Großkreutz kam selbst zu Wort. Der 28-Jährige gab ein emotionales Statement zu seinem Rauswurf ab und kündigte dabei auch sein Karriereende an.


Kevin Großkreutz beendet seine Karriere

Der Weltmeister entschuldigte sich bei seiner Familie, beim Verein und bei den Fans. "Ich wollte ein paar Sätze sagen, weil es mir wichtig ist. Ich will nicht einfach so abbauen", sagte Großkreutz mit zittriger Stimme. Immer wieder kommt der Spieler ins Stocken, wischt sich Tränen aus dem Gesicht.

"Es tut mir leid, dass ich so viel Unruhe reingebracht habe. Ich hoffe die Jungs schaffen den Aufstieg und ich werde eingeladen, wenn wir den Aufstieg feiern", erklärt er weiter.

Und schließlich verkündet er sein Karriereende als Fußballprofi: "Ich werde vorerst mit dem Fußballberuf nichts mehr zu tun haben wollen. Ich möchte Ruhe einkehren lassen. Ich möchte Sie bitten, dies zu respektieren und vor allem meine Familie in Ruhe zu lassen."

Beim BVB war Großkreutz unter Trainer Jürgen Klopp eine der Identifikationsfiguren schlechthin. Schon als Jugendlicher fieberte der heute 28-Jährige auf der legendären Südtribüne des Dortmunder Stadions mit und schaffte später den Sprung vom Fan zum Fußballprofi. Auch sportlich überzeugte er: Als Teamplayer, den seine Trainer auf verschiedenen Positionen bringen können, stieg er auf bis zum deutschen Meister und Pokalsieger - und 2014 zum Weltmeister.


Dönerwurf und Pinkelaffäre: Großkreutz hat noch mehr auf dem Kerbholz

Frühere Vorfälle hielten den VfB im Winter 2016 nicht davon ab, Großkreutz zu verpflichten. Zum Beispiel der angebliche Dönerwurf 2014 in der Kölner Innenstadt oder die Pinkelaffäre wenig später, als er im Anschluss an das gegen Bayern München verlorene DFB-Pokalfinale in der Lobby eines Berliner Hotels volltrunken uriniert haben soll.

Unter Trainer Hannes Wolf war er Stammspieler. Fußballerisch überzeugte er zuletzt selten - auch weil er zwischenzeitlich verletzt war. Unter den VfB-Fans wird es sicher nicht wenige geben, die seinen Abgang bedauern. Wegen seiner offenen Art, die er auch in den sozialen Netzwerken pflegt, war er stets beliebt. Auch Schindelmeiser betonte, wie wichtig ihm die menschliche Komponente sei. "Auch wenn der Vertrag aufgelöst wurde, ist er noch immer unser Junge." Großkreutz hofft auf eine Einladung zur angepeilten Aufstiegsfeier.
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