Tradition belohnen: Bundesliga-Vereine fordern andere Verteilung der Fernsehgelder
Autor: Redaktion
Hannover, Mittwoch, 30. März 2016
Sechs Traditionsvereine aus der Fußball-Bundesliga machen sich für eine andere Verteilung der TV-Gelder stark. Darum geht es konkret:
Die sechs Traditionsclubs Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, VfB Stuttgart, Hamburger SV, 1. FC Köln und Hertha BSC haben sich zu einem Bündnis mit dem Namen "Team Marktwert" zusammengeschlossen.
Der Zusammenschluss möchte erreichen, dass neben dem sportlichen Erfolg auch andere Faktoren wie Mitgliederzahlen, Zahl der Auswärtsfans oder auch Interaktionsraten in Social Media-Kanälen bei der Verteilung der Fernseh-Honorare berücksichtigt werden. Das Bündnis bezeichnet dieses zusätzlich einzuführende Wertungskriterium als "tatsächlichen Marktwert eines Klubs", daher auch der Name des Bündnisses "Team Marktwert".
Bisher werden neben einer paritätischen Verteilung der TV-Einnahmen rund 35 Prozent des Betrages gestaffelt nach dem Tabellenstand an die 18 Erstligisten ausgeschüttet. "Die Tabellenposition ist nur ein Kriterium von vielen, das eine Rolle dafür spielt, wie attraktiv ein Spiel für Fans und damit TV-Sender ist", sagte Stuttgarts Präsident Bernd Wahler der "Sport Bild".
Vergleichbare Modelle auch in anderen europäischen Top-Ligen
Es solle belohnt werden, dass die Traditionsclubs höhere TV-Quoten und Zuschauerzahlen erzielen als sportlich erfolgreichere Vereine wie der VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen. Alle großen internationalen Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande) hätten inzwischen Verteilungs-Modelle, die mehrere Kennzahlen berücksichtigen, heißt es in der Pressemitteilung zur Gründung des Bündnisses.Ziel der Initiative sei es, ein neues Modell zur TV-Geldervergabe mit objektiven Kennzahlen rechtzeitig zur kommenden TV-Rechte-Vergabe gemeinsam zu erarbeiten und dafür eine Mehrheit im Ligaverband zu erhalten - um damit die Leistungsfähigkeit der Bundesliga zu stärken.
Die Gruppierung will nach dem Saisonende ihre Kriterien vorstellen und alle 36 Proficlubs einladen, sich mit Ideen einzubringen. dpa/ak