Nachruf: Ehemaliger Bundesliga-Superstar Kevin Keegan ist tot
Autor: Nils Bastek, dpa
London, Montag, 20. Juli 2026
Beim HSV und beim FC Liverpool reifte Kevin Keegan zum Weltstar. Überall verehrten ihn die Fans, selbst als Sänger machte er eine gute Figur. Nun ist das Fußball-Idol gestorben.
Sein vielleicht größtes Vermächtnis ist die Tatsache, dass er sich immer treu geblieben ist. Am Ende war auch Kevin Keegan nicht mehr so oft zu sehen: Das Alter und seine Krebserkrankung setzten ihm zu.
Aber wenn er etwas sagte, dann war es meistens genau wie früher: leidenschaftlich, emotional und vor allem authentisch. Die Legende des Hamburger SV, des FC Liverpool und der englischen Fußball-Nationalmannschaft war nicht nur in England als echter Typ bekannt. Nun ist Keegan im Alter von 75 Jahren gestorben.
Keegan war "einer, der dich mitreißen konnte"
Anfang Januar hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass Keegan an Krebs erkrankt sei und sich einer Behandlung unterziehen müsse. Einen Tag nach dem WM-Finale gaben seine engsten Angehörigen "in tiefer Trauer" bekannt: "Kevin kämpfte gegen den Krebs und war in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben."
Der Fußball verliert damit einen weiteren Menschen, wie es sie heute in diesem Millionen-Business kaum noch gibt. Keegan stammte zwar aus einer Zeit, in welcher er seine Hemdsärmeligkeit ohne Sorge vor negativen Konsequenzen noch vor Mikrofonen ausleben konnte. Aber er veränderte sich und seine offene Art auch nicht, als der Fußball längst zum Medienzirkus verkommen war.
"Keegan war nie der Mann für Strategiepapiere – aber einer, der dich mitreißen konnte, weil du wusstest: Der meint das ernst", sagte der Ex-Fußballprofi Alan Shearer einst über seinen ehemaligen Trainer.
Als Weltstar kam Kevin Keegan zum Hamburger SV
Begonnen hat für Keegan aber alles als Spieler. Sein großer Durchbruch gelang ihm 1971 mit seinem Wechsel zum FC Liverpool. Mit seinem aggressiven Spielstil und seinem unermüdlichen Willen eroberte der Angreifer die Herzen der Fans. Die gewonnenen Titel waren sicher auch kein Nachteil: in sechs Jahren an der Anfield Road holte er drei englische Meisterschaften, den FA Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister.
Das machte ihn auch für einen für damalige Verhältnisse bemerkenswerten Schritt interessant: den Wechsel zum HSV.