WM 2026: DFB-Juwel "beschwert" sich bei Nagelsmann - trotz Traumstart
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Houston, Montag, 15. Juni 2026
Okay, es war nur Curaçao. Aber "sieben Tore musst du erstmal schießen", sagt Julian Nagelsmann. Warum ihm die vielen verschiedenen Schützen und auch die Art der Tore so wichtig sind und wie die Medien auf die DFB-Auswahl reagieren.
Sieben Tore, sechs Schützen: Beim fulminanten Start ins Mega-Turnier in Amerika, mit dem zweithöchsten deutschen WM-Sieg, beeindruckte Julian Nagelsmann besonders die Offensivstärke seines Teams. "Wir haben Tore aus Standards erzielt, Tore aus Ballbesitz, Tore aus Umschaltaktionen nach Ballgewinn", lobte der Bundestrainer nach dem 7:1 gegen Curaçao.
Nagelsmann wollte den Auftaktsieg gegen den schwächsten Gruppengegner weder überbewerten noch unterbewerten. "Am Ende musst du auch erstmal sieben Tore schießen", sagte der Cheftrainer. Nur einmal gelangen mehr Tore im ersten Spiel, beim 8:0 bei der WM 2002 gegen Saudi-Arabien - und damals ging es bis ins Finale. Nagelsmann freute sich auch über "den guten Mix von Torschützen", der ihm sehr viel bedeutet.
Hoher Auftaktsieg gegen Curaçao - DFB-Debütant eröffnet Torfestival
Nach sechs Minuten eröffnete Felix Nmecha den Torreigen. Diese frühe Führung weckte Erinnerungen an das 1:0 von Philipp Lahm beim 4:2 gegen Costa Rica, das am Anfang des Sommermärchens bei der Heim-WM 2006 stand. "Ich freue mich enorm", sagte der Dortmunder WM-Debütant. "Felix hat es sehr gut gemacht. Er hat ein super Tor gemacht und den Elfmeter (zum 3:1) rausgeholt", lobte Nagelsmann seinen Spieler: "Er ist ein super Fußballer, der wird uns viel Freude bereiten."
Auch das zweite deutsche Tor erzielte ein BVB-Profi. Nico Schlotterbeck köpfte eine Ecke von Nathaniel Brown schulmäßig ins Tor. Es war sein erster Treffer im 28. Länderspiel. Im Anschluss zeigte er seinen Jubel mit angespanntem Bizeps. "Das war genauso einstudiert auf den ersten Pfosten", sagte Eckenschütze Nathaniel Brown zum Standardtreffer in der 38. Minute.
Der Arsenal-Profi Kai Havertz wurde von der FIFA zum "Man of the Match" gekürt. Das war etwas zu viel des Guten, aber Havertz überzeugte als Doppel-Torschütze: Souverän beim Elfmeter in der ersten Hälfte und schließlich filigran zum Endstand. "Wir haben gut Selbstvertrauen getankt", sagte Deutschlands Stürmer Nummer eins.
Persönliches Sommermärchen Brown
Ein besonderer Tag war es für Jamal Musiala. Im letzten Spiel des FC Bayern bei der Club-WM 2025 hatte er sich in den USA das linke Wadenbein gebrochen und schwer am Fuß verletzt. Und jetzt begann die WM mit der Nationalelf für ihn als Gewinner und Torschütze in den USA. Nagelsmanns Vertrauen in den 23-Jährigen zahlte sich aus. "Er hat viele Momente gehabt", lobte Nagelsmann. Musialas Auswechslung nach einer guten Stunde hatte auch keine körperlichen Gründe. "Er hat sich nur freundlich und liebevoll beschwert, dass er schon rausmuss. Er fühlt sich sehr gut", erklärte der Bundestrainer.
Nathaniel Brown erlebt bei seinem Turnierdebüt gerade sein persönliches Sommermärchen. Erst hatte er sich in die Startelf katapultiert, dann glänzte der Frankfurter auf der größtmöglichen Fußballbühne. Eckballvorlage mit links zum 2:1, Schuss mit dem schwächeren rechten Fuß zum 5:1 - Note eins. "Ich kann es gar nicht beschreiben", sagte er nach dem erst sechsten Länderspiel. "Das werde ich niemals vergessen. Das ist mit der schönste Moment in meiner Karriere", sagte er zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag.