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Nach Triumph über England: Argentinien-Stars sorgen für WM-Eklat


Autor: Ralf Welz, Agentur dpa

Atlanta, Donnerstag, 16. Juli 2026

Argentiniens WM-Fußballer haben ihren Halbfinal-Sieg gegen England für eine politische Botschaft genutzt - und sorgen damit weit über den Fußball hinaus für Zündstoff.
Mit dem Banner bekräftigt Argentinien seinen umstrittenen Anspruch auf die sogenannten Malvinas.


Im Stadion von Atlanta ist es nach dem WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England zu einem handfesten Skandal gekommen. Das argentinische Team feierte den vorausgegangenen Triumph auf dem Spielfeld mit einem politischen Banner, das auf den Konflikt um die Falklandinseln anspielte. "Las Malvinas son argentinas" ("Die Malvinas sind argentinisch") war in großen Buchstaben auf einem weißen Tuch zu lesen, das unter anderem vom Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso gehalten wurde.

Das Plakat war auch auf den Zuschauerrängen sichtbar. "Und sie werden immer argentinisch sein", äußerte Mittelfeldspieler Leandro Paredes mit Blick auf die Inselgruppe im Südatlantik, als er auf das Banner angesprochen wurde. Dessen Botschaft bezieht sich auf den Streit um die Falklandinseln/Malwinen und wurde deshalb als politische Provokation gewertet.

Provokation nach Abpfiff: Argentinien feiert WM-Finaleinzug mit Plakat zu Falklandkrieg

Die Falklandinseln liegen geografisch vor Südamerika, rund 395 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland. Politisch sind sie ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie; Verteidigung und Außenpolitik liegen beim Vereinigten Königreich. Argentinien erhebt seit 1833 Anspruch auf die Inseln. 1982 mündete der Konflikt im Falklandkrieg zwischen Argentinien und Großbritannien.

"Wir waren uns der Bedeutung dieses Spiels für unser Land bewusst. Wir haben versucht, unser Land und all jene zu repräsentieren, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte erlebt haben, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten", fügte Nationalspieler Leandro Paredes hinzu.

Mit der Botschaft auf dem Banner möchte Argentinien seine vermeintlichen Ansprüche auf die sogenannten Malvinas, wie die Inseln in Argentinien genannt werden, verdeutlichen. 1982 führten Argentinien und Großbritannien über 70 Tage lang Krieg um die Falklandinseln vor der Küste Argentiniens, wobei etwa 1000 Soldaten ihr Leben verloren. Die Inseln sind seit 1833 ein britisches Überseegebiet. Großbritannien weigert sich bis heute, über den Anspruch auf die Malvinas zu verhandeln.

FIFA verbietet politische Botschaften - britische Regierung erwartet Untersuchung

Brisant ist der Fall vor allem, weil der Fußballweltverband FIFA politische Botschaften von Spielern und Offiziellen rund um WM-Spiele untersagt. Dies könnte für das argentinische Team nun zu Problemen führen. Bereits vor dem Spiel war die Erinnerung an den Falklandkrieg sehr präsent. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni warnte davor, das WM-Halbfinale mit dem Krieg zu vermischen.

Die Vizepräsidentin des Landes hatte jedoch eine andere Sichtweise. "Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere", schrieb Victoria Villarruel auf X und erklärte: "Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr." Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für die argentinische Militärdiktatur gekämpft.

Nach dem argentinischen WM-Halbfinalerfolg gegen England fordert die britische Regierung von der FIFA eine Untersuchung des umstrittenen Banners. Wirtschaftsminister Peter Kyle betonte gegenüber der BBC: "Politik muss aus dem Fußball herausgehalten werden"

Angesichts des ausdrücklichen Verbots von politischen Botschaften rund um WM-Spiele drohen der Mannschaft um Superstar Lionel Messi damit offizielle Konsequenzen. Bislang hat sich der Verband zu dem Vorfall nicht geäußert.

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