Manuel Neuer arbeitet an seinem Comeback, die Rückkehr ins Mannschaftstraining beim FC Bayern zeichnet sich ab. Dennoch wollen die Münchner auf der Torwartposition noch einmal nachlegen - dabei scheint man in Israel fündig geworden zu sein.
Nachdem sich beim FC Bayern in den letzten Wochen alles um den Transfer von Harry Kane gedreht hatte, hofften viele, dass nach der erfolgreichen Verpflichtung des Torjägers, wieder etwas Ruhe in den Verein einkehren würde. Doch noch immer dreht sich beim Rekordmeister alles um einzelne Personalentscheidungen. Neben möglicher Verkäufe, wie Benjamin Pavard (Inter Mailand, Manchester United) oder Ryan Gravenberch (Liverpool) und Tuchels Suche nach einem starken Sechser ist das wohl prominenteste Thema die Besetzung der Torwartposition.
Fest steht: Yann Sommer (zu Inter) ist nach einem halben Jahr in München schon wieder weg, Alexander Nübel (zum VfB Stuttgart, zumindest vorübergehend) ebenfalls. Manuel Neuer ist weiterhin verletzt, arbeitet laut Tuchel aber an seinem Comeback und könnte "in den kommenden Wochen" wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Die Prognose zu Neuers Rückkehr auf den Platz habe sich demnach wegen eines gut verlaufenen Eingriffs "deutlich verkürzt". Nachdem zuletzt Gerüchte über Probleme des Nationaltorwarts in der Reha kursiert hatten, sprach Tuchel dagegen von "sehr beeindruckenden" Fortschritten. Vielleicht sind auch diese der Grund, warum beim FC Bayern scheinbar ein Umdenken bei der Suche nach einem neuen Keeper stattgefunden hat.
Manuel Neuer mit "sehr beeindruckenden" Fortschritten
Über Wochen wurden dabei immer wieder Namen genannt, die Neuer vertreten und den 38-Jährigen auf lange Sicht wohl auch ganz ersetzen sollten. Lange führte die Spur zum georgischen Nationaltorhüter Giorgi Mamardaschwili (FC Valencia), auch die Spanier David Raya und Kepa Arrizabalaga kursierten in den Medien. Während Mamardashwili wohl zu teuer gewesen wäre, zog es Raya zu Arsenal und Kepa zu Real Madrid. Auch der aktuell vereinslose David de Gea, zuletzt bei Manchester United in Ungnade gefallen, sei eine Option gewesen.
Jetzt aber gab der Rekordmeister bekannt, keinen Ersatz für Neuer verpflichten zu wollen. Stattdessen erhält Sven Ulreich (35) wie bereits in der Vergangenheit erneut das Vertrauen der Bayern-Bosse und wird beim Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen (heute, 20:30 Uhr/Sat1 und DAZN) zwischen den Pfosten stehen. Um das Torwart-Trio zu komplettieren, soll nun daher ein Vertreter für Ulreich kommen - und den hat man scheinbar bereits gefunden.
Nach Sky-Informationen hat man sich bereits mit dem israelischen Torwart Daniel Peretz auf einen Wechsel geeinigt. Der 23-Jährige steht aktuell in seiner Heimat bei Maccabi Tel Aviv unter Vertrag und soll in München einen Vertrag bis 2027 unterschreiben. Zuletzt machte Peretz mit starken Leistungen für Israel bei der U21-EM auf sich aufmerksam und brachte auch die deutsche Auswahl zur Verzweiflung (kicker-Note 1). Eine Einigung zwischen den beiden Vereinen wird zeitnah erwartet, Sky spricht von aktuell zwei Millionen Sockelablöse plus "lukrativer Bonuszahlungen".
FC Bayern hat neuen Torwart an der Angel - wer ist Daniel Peretz?
Thomas Tuchel wollte sich im Vorlauf zur Partie gegen Bremen allerdings nicht zu Spekulationen äußern. "Wir sind nach wie vor dran und versuchen, einen Torhüter zu verpflichten", so der Bayern-Coach während einer Pressekonferenz am Donnerstag (17. August 2023). Mit Peretz könnte den Münchnern ein echter Coup gelingen, besonders angesichts der niedrigen Ablöse. Möglicherweise hat man den Neuer-Nachfolger gefunden, ohne ihn wirklich zu suchen.
Ob nun mit Neuer, Ulreich oder Peretz: Für Bayerns langjährigen Co- und Nachwuchs-Trainer Hermann Gerland ist klar, dass dem Rekordmeister so schnell niemand gefährlich werden kann. "Wenn nicht irgendein Scheich kommt, der Dortmund jedes Jahr 300 oder 400 Millionen überweist", könne es in naher Zukunft keinen anderen deutschen Fußball-Meister geben. Auch die jüngste Niederlage gegen RB Leipzig im Supercup sei laut dem 69-Jährigen kein Grund zur Hoffnung für die Konkurrenz. "Es wird für alle schwer, dem FC Bayern ein Bein zu stellen" - auch wenn vielleicht bald eine Ära im Tor des Rekordmeisters zu Ende geht.