FCN verliert gegen Dynamo Dresden: Prügelei vor Hochrisikospiel
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Nürnberg, Samstag, 11. April 2026
Das Hochrisikospiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Dynamo Dresden verläuft im Stadion stimmungsvoll und ohne Zwischenfälle - zumindest auf den Rängen. Vor dem Spiel bleibt es nicht so ruhig.
Der 1. FC Nürnberg hat nach drei Spielen ohne Niederlage das Heimspiel gegen Dynamo Dresden verloren. Die effizienten Sachsen gewannen nach einem Eigentor des FCN-Verteidigers Henri Koudossou (55. Minute) und einem Kontertor von Ben Bobzien (83.) überraschend mit 2:0 (0:0) und sichern sich damit drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Dresden hat nun 32 Punkte, der offensiv erfolglos agierende Club bleibt bei 37 Zählern.
Beide Mannschaften kreierten einige gute Offensivaktionen. Die vorentscheidende ereignete sich in der 55. Minute. Dynamo-Stürmer Vincent Vermeij brachte den Ball scharf vor das Tor. Koudossou wollte klären - traf aber ins eigene Netz. Gegen die aufgerückte Nürnberger Abwehr stürmte dann Bobzien zum 0:2. Dresdens Verteidiger Friedrich Müller köpfte den Ball vor der Pause nach einer kurz ausgeführten Ecke an den Pfosten (18.). FCN-Spielmacher Julian Justvan vergab volley eine Großchance (23.).
Dynamo Dresden feiert ganz wichtigen Sieg beim FCN
Die Aufreger-Szene der ersten Hälfte war jedoch ein Zweikampf zwischen Nürnbergs Mohamed Zoma und Dresdens Verteidiger Julian Pauli in der 35. Minute. Der schnelle Zoma war am letzten Mann schon vorbei, wurde gehalten und fiel. Doch Schiedsrichter Felix Bickel winkte sofort ab - kein Rot. Möglicherweise hätte sich das Spiel bei einer Nürnberger Überzahl ganz anders entwickelt.
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Das Hochrisikospiel im mit 45.000 Zuschauern ausverkauften Max-Morlock-Stadion verlief eine Woche nach den Ausschreitungen beim Dynamo-Heimspiel gegen Hertha BSC (0:1) auf den Rängen ohne Zwischenfälle. Im Stadion hatten Pufferblöcke die 8620 Gästefans von den Club-Anhängern getrennt.
Zuvor hatten sich jedoch mehr als 200 Anhänger vom FCN und Dynamo Dresden zu einer Schlägerei verabredet. Als die Polizei in der Nacht (10./11. April 2026) an einem Gewerbegebiet in der Nähe von Eisfeld im Süden Thüringens eintraf, habe die Auseinandersetzung schon angefangen, hieß es von den Beamten. Die rivalisierenden Lager seien getrennt worden.
Ermittlungsverfahren wegen Auseinandersetzung
Insgesamt seien 220 Beamte aus Sachsen, Thüringen und der Bundespolizei im Einsatz gewesen. Es wurden von 214 Beteiligten Personalien aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Dresden leitete Ermittlungsverfahren gegen sie ein.
Erst am vergangenen Wochenende hatte es bei einem Spiel von Dresden gegen Hertha BSC im Rudolf-Harbig-Stadion Ausschreitungen gegeben. Anhänger beider Teams kletterten über Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock und Pyrotechnik wurde gezielt aufeinander abgeschossen. Fans des FCN hatten bei ihrem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig Pyrotechnik gezündet und so für eine Spielunterbrechung gesorgt.