Mühlhausen
Kulturgut

Mühlhausener Synagoge kommt ins Fernsehen

Das Team der BR-Sendereihe "Leben mit einem Denkmal" hat in Mühlhausen gedreht.
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Noch wird die alte Synagoge als Lagerraum genutzt. Bei den Dreharbeiten fürs Bayerische Fernsehen Christian Plätzer, Irina Gerschmann im Gespräch mit Sybille Krafft (von links)     Foto: Evi Seeger
Noch wird die alte Synagoge als Lagerraum genutzt. Bei den Dreharbeiten fürs Bayerische Fernsehen Christian Plätzer, Irina Gerschmann im Gespräch mit Sybille Krafft (von links) Foto: Evi Seeger

Lange Zeit lag sie im Dornröschenschlaf. Fast unbemerkt in einer stillen Gasse findet sich die ehemalige Synagoge von Mühlhausen, die zu neuem Leben erweckt werden soll. Um den Erhalt und die Nutzung bemüht sich der Verein "Forum Alte Synagoge Mühlhausen". Genau diese Initiative ist für Sybille Krafft, BR-Autorin, Historikerin und Vize-Vorsitzende des Vereins "Kulturerbe Bayern", der Grund, mediale Aufmerksamkeit auf die Synagoge zu richten.

"Leben mit einem Denkmal" titelt Kraffts eigene Sendereihe im Bayerischen Fernsehen. Sie ist ein Feature der Redaktion "Unter unserm Himmel", der ältesten Dokumentationsreihe, die der Bayerische Rundfunk produziert und ausstrahlt. Geschichten um Häuser, Burgen, Türme, Schlösser, Bahnhöfe oder Werkstätten erzählt Krafft in ihrer Sendung.

Am Montag war die Autorin mit einem Filmteam des Bayerischen Rundfunks vor Ort, um Aufnahmen für die Sendung zu machen. "Ist das nicht wunderschön? Das ist ein Schatz! Den darf man nicht verkommen lassen", schwärmt Krafft beim Anblick des mit Stuckarbeiten reich ausgestatteten Betsaales. Hocherfreut ist sie, dass sich eine Initiative gebildet hat, die sich für dieses "Kulturgut vor der eigenen Haustüre" engagiert.

In der 15. Folge ihrer Doku-Reihe beschäftigt sich die Autorin mit Synagogen an verschiedenen Orten in Franken, die ganz unterschiedlich - von der Kirche bis zu Wohnung oder Lager - genutzt werden. "Es geht darum, wie unterschiedlich Menschen mit Denkmälern umgehen", erklärt Krafft. Das reiche von der liebevollen Sanierung, in die sie viel Kraft und Geld stecken, bis hin zur "ganz normalen Familiennutzung".

Aufmerksamkeit schaffen

Positive Beispiele will sie aufzeigen, um Menschen zu motivieren, sich für Kulturgüter einzusetzen. "Der Film will auch den Menschen, die sich darum kümmern, ein Denkmal setzen." Sie möchte Aufmerksamkeit schaffen, wenn sich - wie in Mühlhausen - Bürger auf den Weg machen und Verantwortung übernehmen, um ein Denkmal für künftige Generationen zu erhalten. Sie weiß aber auch, dass das Vorhaben mit Blick auf die Finanzen "ein langer und schwerer Weg wird".

Der Verein "Forum Alte Synagoge Mühlhausen", den Christian Plätzer und Irina Gerschmann aus Höchstadt als Vorsitzende leiten, möchte den Erwerb des Denkmals "noch in diesem Jahr über die Bühne bringen". Mit der Eigentümerin der Synagoge bestehe bestes Einvernehmen. Sie kommt in der BR-Dokumentation ebenso zu Wort wie Zeitzeugen aus Mühlhausen. Dass das Haus selbst überlebte, liege wohl an der dichten Bebauung ringsum, glaubt Krafft. Eine Brandschatzung wäre zu gefährlich gewesen.

Die 45-minütige Sendung über Synagogen in Franken soll im nächsten Jahr ausgestrahlt werden.

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