Mühlhausen

Synagogenverein sucht Unterstützer

Bezirksheimatpflegerin Andrea Kluxen macht Christian Plätzer und seinen Mitstreitern Mut, die ein jüdisches Baudenkmal in Mühlhausen kaufen und erhalten wollen. Es gebe viele Töpfe anzuzapfen, verriet sie den Mitgliedern.
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Der Eingang nach Süden mit dem Egloffstein-Wappen und dem Hochzeitsstein rechts der Tür Foto: Evi Seeger (Archiv)
Der Eingang nach Süden mit dem Egloffstein-Wappen und dem Hochzeitsstein rechts der Tür Foto: Evi Seeger (Archiv)

"Sie brauchen sich mit diesem Projekt nicht zu verstecken. Das muss gehen!" Ermutigende Worte für den Verein "Forum Alte Synagoge Mühlhausen" von einer, die es wissen muss: Bezirksheimatpflegerin Andrea Kluxen. Sie will dem im September 2018 gegründeten Verein jedmögliche Unterstützung zukommen lassen.

Mit Andrea Kluxen hatte sich Vorsitzender Christian Plätzer die genau richtige Expertin zur ersten Mitgliederversammlung eingeladen. Denn Kluxen vereint die Position der Bezirksheimatpflegerin mit der des Vorstandsmitglieds im Verein "Kulturerbe Bayern". Mit diesem Verein, der sich die Erhaltung der bayerischen Kulturschätze und deren spätere Nutzung zum Ziel gesetzt hat, möchte der Synagogenverein eine Partnerschaft eingehen.

Finanzielle Mittel sind noch rar, machte Schatzmeister Frank Wehr deutlich. Es seien aber auch noch keine Mitgliederbeiträge abgerufen worden. Bislang war man damit beschäftigt, die "juristischen Dinge", also Satzung, Anerkennung und Gemeinnützigkeit abzuarbeiten, so Vorsitzender Christian Plätzer. Anfang des Jahres habe man begonnen, mögliche Sponsoren anzuschreiben.

"Wir wollen im Moment den Ball noch flach halten", betonte Plätzer. Den Kaufvertrag mit der Eigentümerin in Mühlhausen möchte er erst abschließen, wenn das Geld dafür vorhanden ist. Dass es für den Verein auch andere Wege gibt, zeigte die Bezirksheimatpflegerin auf. Noch will sie damit nicht an die Öffentlichkeit gehen. Vorsitzender Plätzer fand die Anregungen jedoch sehr interessant.

Dass die besondere Bedeutung der Mühlhäuser Synagoge durch den Denkmalschutz anerkannt wird, dürfe kein Problem sein, meint Andrea Kluxen. "Das ist ein jüdisches Denkmal, und wir alle stehen in der Verantwortung, das zu erhalten." Möglichkeiten der Unterstützung sieht sie sowohl vom Bezirk als auch vom Verein "Kulturerbe Bayern", der gleichzeitig eine Stiftung beinhaltet. "Kulturerbe Bayern" könne auf ein Netzwerk von Unterstützern bauen, die auch für den Synagogenverein wertvoll sein könnten.

Durch die Partnerschaft könne eine gute Kooperation entstehen, eine Win-Win-Situation. Das Label "Kulturerbe Bayern" sei bekannt und könne Türen öffnen.

Beim Bezirk Mittelfranken sei man großzügig, wenn es um die Sanierung von Denkmälern, die Errichtung von Museen oder Dokumentationsstätten gehe. Für den Ankauf gebe es jedoch keine Investitionszuschüsse. Bei einem so großen und bedeutenden Projekt solle man auch "auf Landes- und Bundesebene vorstellig werden". Es gebe viele Töpfe anzuzapfen und sie sei bereit, mitzuarbeiten. Einen Tipp sollte sich das Forum auf jeden Fall zu Herzen nehmen: Kluxen riet dazu, bei einer prominenten Person um eine Schirmherrschaft nachzusuchen. Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, wäre eine Möglichkeit.

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