Geroda

Arbeitseinsatz für Mountainbiker

Statt Biken war beim Mountainbike-Team "Schwarze Berge" ein Arbeitseinsatz angesagt. Die Kinder und Jugendlichen schufen eigenhändig einen neuen Singletrail.
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Bei einem Arbeitseinsatz der Kinder und Jugendlichen vom Geröder Mountainbiketeam "Schwarze Berge" pflanzen zwei Jungen eine Weißtanne um, die auf dem geplanten Singletrail wuchs . Foto: Andreas Schubert
Bei einem Arbeitseinsatz der Kinder und Jugendlichen vom Geröder Mountainbiketeam "Schwarze Berge" pflanzen zwei Jungen eine Weißtanne um, die auf dem geplanten Singletrail wuchs . Foto: Andreas Schubert

Wenn die Kinder und Jugendlichen vom Mountainbike-Team "Schwarze Berge" aus Geroda in diesen Wochen mit ihren Rädern in den "Schwarzen Bergen" unterwegs sind, muss dies nicht zwangsläufig eine Trainingsfahrt sein. Dazu würde auch schon die Kleidung nicht passen, denn statt der üblichen, roten Radtrikots des Teams beherrscht Arbeitskleidung das Bild. An solchen Tagen werden die Räder nur benötigt, um das Ergebnis von mehreren Stunden Arbeit zu testen. Das Ergebnis heißt in der Regel "Singletrail", also ein schmaler Weg, auf dem die Radler nur hintereinander fahren können.

Solche Wege sind bei Mountainbikern besonders beliebt. "Das ist nicht anders als bei den Wanderern", sagt Andreas Schubert, der Leiter der Abteilung Mountainbike des SV Markt Geroda. "Auch der Wanderer ist auf schmalen, naturnahen Wegen besonders gerne unterwegs. Warum also sollten Mountainbiker solche Wege nicht auch mögen? Außerdem sind Singletrails" - so Schubert weiter - "nicht nur attraktiv für alle Waldbesucher, sie sind auch viel sicherer! Je schmaler der Weg, desto langsamer wird gefahren, desto mehr Rücksicht muss auf andere Nutzer des Weges genommen werden. Das ist genau das Gegenteil von dem, was auf den geschotterten Forstautobahnen passieren kann. Diese verleiten - besonders bergab - zu enormen Geschwindigkeiten. Hier sind Konflikte und schwere Unfälle vorprogrammiert."

Handarbeit ist gefragt

Die jungen Mountainbiker in Arbeitskleidung sind inzwischen an ihrem Arbeitsplatz angekommen. Ihr Arbeitsplatz ist heute ein alter Waldweg, der - so verrät ein eingewachsenes Schild an einem Baumstamm - früher einmal ein Wanderweg gewesen sein muss. Auf einem schmalen Streifen dieses Waldweges räumen einige Kinder nun alle Äste und Baumstämme, die in den vergangenen Jahren heruntergefallen oder umgebrochen sind, zur Seite.

Rücksicht auf die Tiere

Ein zweiter Trupp, ausgerüstet mit einer Art "Spezial-Rechen", der explizit für die Anlage und Pflege von Singletrails entwickelt wurde, beseitigt trockenes Laub, Reisig und Nadeln. Abschließend werden noch dünne Äste, die zu weit in den Weg hineinragen, entfernt. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Darf man das im Wald? "Wir schon!", sagt Schubert, "aber auch nur an dieser Stelle."

Der Weg, den die Geröder Mountainbiker gerade reaktivieren, ist Teil einer der neuen Mountainbiketouren, die der Landkreis Bad Kissingen im Rahmen eines LEADER-Projekts geplant hat. Und alle Wege sind natürlich von den zuständigen Naturschutzbehörden am Landratsamt und vom Forstbetrieb Bad Brückenau freigegeben worden. Gerade der Naturschutz spielte bei der Planung der Strecken eine große Rolle. Brütet unmittelbar an der Strecke der Rote Milan, wird die MTB-Strecke verlegt. Galt die Umgebung der Strecke als Schwarzstorchhabitat, wurde die Strecke verlegt. Wurden in der Nähe der geplanten Strecke regelmäßig Wildkatzen beobachtet, wurde die Strecke verlegt.

Doch auch abseits solcher Punkte soll so pfleglich wie möglich mit der Natur umgegangen werden. Schubert, selbst ausgebildeter Förster, macht deutlich: "Wenn wir mit den Mountainbikes unterwegs oder wie hier zum Arbeiten im Wald sind, ist es wichtig, dass die Kinder lernen, rücksichtsvoll mit der Natur umzugehen. Deshalb sind wir hier bei der Anlage des Singletrails nicht mit Spaten und Schaufel unterwegs, und schon gar nicht mit einem Minibagger. Die Hände, ein paar Rechen und eine Gartenschere oder Astschere sind Werkzeug genug."

Wobei dies nicht ganz stimmt. Denn der Spaten kam letzten Endes doch zum Einsatz. Auf dem geplanten Weg standen einige Weißtannen. Diese, fünf oder sechs Jahre alten Bäume wurden ausgegraben und an anderer Stelle wieder eingepflanzt. Und so gab es am Ende des Tages nicht nur rund 500 Meter Singletrail für die Mountainbiker der Rhön, sondern auch ein paar Kinder, die in Zukunft Tanne und Fichte bestimmt nicht mehr verwechseln werden. Eine Aufgabe, an der vermutlich selbst viele Erwachsene scheitern wür den. red

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