Fertighaus oder Massivhaus im Vergleich: Was ist günstiger?
Autor: Evelyn Isaak
Deutschland, Freitag, 27. Januar 2023
Schwankst du zwischen dem Bau eines Massivhauses und dem eines Fertighauses, gibt es einige Vor- und Nachteile zu bedenken. Wir machen den Vergleich beider Hausbauweisen für dich.
- Boom der Fertighäuser
- Unterschied der Bauweisen
- Der Kostenpunkt
- Sonstige Vor- und Nachteile
- Fazit
Bei der Überlegung, welche Hausbauweise du gerne umsetzen möchtest, spielen unter anderem Faktoren wie die Kosten und die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Welche Vor- und Nachteile es bei Massivhäusern und welche es bei Fertighäusern gibt, haben wir zusammengefasst.
Kurzer Überblick über Massiv- und Fertighäuser
Der Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. meldete im Jahr 2021 freudige Rekordwerte. Im Jahr 2021 waren Fertighäuser so beliebt wie noch nie. Unter den genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern waren ganze 23,1 Prozent Fertighäuser. Dies entspricht einer Anzahl von 25.447 Häusern. Dennoch entscheidet sich die Mehrheit immer noch für die zweite Bauweise: das Massivhaus. Für beide Bauweisen gibt es Vor- und Nachteile abzuwägen.
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Der erste grundlegende Punkt, in dem sich ein Massivhaus von einem Fertighaus unterscheidet, ist, dass das Massivhaus vor Ort gebaut wird. Beim Bau vor Ort kannst du mithilfe von Architekt*innen die individuelle Umsetzung deines Hauses relativ frei planen. Bei einem Fertighaus hingegen werden die Wandelemente in einer Fabrik vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zu dem fertigen Haus zusammengesetzt. Aufgrund dessen ist sowohl die Planung als auch die Ausführung oftmals standardisiert. Während bei Massivhäusern am häufigsten Kalksandstein, Porenbeton, Ziegel- oder Backstein zum Einsatz kommen, gehören bei den Fertighäusern die Holztafelbauweise oder die Holzrahmenbauweise zu den am meisten verbreiteten Gestaltungsformen.
Ein Vergleich des durchschnittlichen Quadratmeterpreises kann dir einen Anhaltspunkt geben, wenn du wissen möchtest, mit welchem Preis du in etwa rechnen kannst. Massivhäuser kosten im Durchschnitt pro Quadratmeter rund 1.800 bis 2.000 Euro. Lässt du ein 100 Quadratmeter großes Haus bauen, musst du also mit Kosten von etwa 200.000 Euro allein für die Errichtung des Gebäudes rechnen. Dazu kommen noch eine Vielzahl weiterer Kosten. Auch der Fertighauspreis pro Quadratmeter liegt meist zwischen 1.800 und 2.500 Euro. Ein Vorteil ist jedoch, dass du den Preis bei dieser Bauweise besser abschätzen kannst und während des Baus im Normalfall keine unerwarteten Entscheidungen mehr getroffen werden müssen. Es wird dir also eine Kostensicherheit geboten, die Massivhäuser so nicht haben.
Ein Vergleich: Diese Vor- und Nachteile gibt es zu bedenken
Dass Fertighäuser nicht individuell gestaltet werden können, ist heute nur noch selten der Fall. Die Bauverantwortlichen können das Haus bei den meisten Unternehmen in vielen Aspekten ganz nach ihren Wünschen anpassen. Während man bei einem Massivhaus in der Regel von einer Lebensdauer von 100 bis 120 Jahren ausgeht, sind es bei Fertighäusern je nach Ausführung etwa 70 bis 90 Jahre. Daraufhin solltest du mit etwas Weitsicht bedenken, dass Standard-Fertighäuser in ihrem Wiederverkaufswert oftmals niedriger liegen als Massivhäuser.
In der Regel ist die Planungsphase bei einem Massivhaus weitaus intensiver und dauert länger an. Auch in der Bauphase kann es immer wieder dazu kommen, dass neue Entscheidungen getroffen werden müssen. Die endgültigen Kosten für das Haus stehen erst dann fest, wenn der Bau abgeschlossen ist. Da der Bau vor Ort unter anderem wetterabhängig ist, kann sich das vorläufige Einzugsdatum immer wieder verschieben. Oftmals werden als Vorteile der Massivhäuser das Raumklima, die Größe und die individuelle Gestaltung genannt. Dir wird eine maximale Flexibilität geboten; zudem hast du durch deine Architekt*innen immer Fachpersonal an deiner Seite, das dich beraten kann.