• Das ist der Unterschied zwischen Zahlungsfrist und Zahlungsziel
  • Wann beim Kauf auf Rechnung eigentlich gezahlt werden muss
  • Sind alle Zahlungstermine überhaupt rechtmäßig?
  • Vorsicht: Wann man mit einem Mahnbescheid rechnen muss

Wer kaufen will, muss zahlen können. Vor allem beim Online-Shopping zahlen viele Menschen mit einem Kauf auf Rechnung. Ganz nach dem Motto: Erst die Ware, dann das Geld. Doch dieses muss bis zu einem bestimmten Datum überwiesen sein. Wo liegt der Unterschied bei Zahlungsfrist und Zahlungsziel?

Zahlungsfrist und Zahlungsziel - das sollte man darüber wissen

Gerade bei Online-Geschäften erhalten wir oftmals mit der bestellten Ware oder sogar schon vorab per Email eine Rechnung über den zu zahlenden Betrag. Doch wann müssen wir den dann eigentlich überweisen? Einige Rechnungen geben dazu gar keinen Zeitpunkt an, bei anderen lesen wir zahlbar sofort nach Erhalt der Rechnung oder auch Rechnungsbetrag fällig in 14 Tagen.

Manchmal wird aber auch ein bestimmtes Datum angegeben. Ist das völlig egal und können das die Unternehmen machen wie sie wollen? Und welchen Spielraum haben wir selbst bei der Zahlung? Auch wenn der Gesetzgeber zwischen der Übergabe der Ware und der Zahlung unterscheidet - das sind juristisch sogar zwei verschiedene Verträge -, besteht grundsätzlich immer die Verpflichtung, zum Zeitpunkt des Erhalts der Ware und der Rechnung auch sofort zu zahlen.

Geregelt wird dies im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 271 Abs. 1 BGB). Falls der Kunde ein Unternehmen ist und nichts anderes vereinbart wurde, dann greift die gesetzliche Regelung mit 30 Tagen Zahlungsfrist. Ist der Kunde jedoch eine Privatperson, muss diese oder auch eine andere Frist explizit im Kaufvertrag oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbart worden sein. Bei der Zahlungsfrist handelt es sich also um den Zeitraum, der einem Käufer oder einer Käuferin zur Verfügung steht, bis er oder sie die Rechnung zu begleichen hat. Das Zahlungsziel wiederum ist ein festgesetzter Termin, bis zu dem die Zahlung spätestens geleistet werden muss.

Was ist, wenn man die Zahlungsfrist versäumt hat - kommt dann sofort ein Mahnbescheid?

Doch wann beginnt die Zahlungsfrist eigentlich genau? Wenn auf der Rechnung zum Beispiel steht, dass der Betrag innerhalb von 10 Tagen zu zahlen ist, dann beginnt diese Frist ab dem Zeitpunkt des Erhalts der Rechnung. Erfolgt der Zugang per Email, also sofort ab deren Versanddatum, bei Zustellung auf dem Postweg gilt das Rechnungsdatum plus drei Tage für den Versand. Falls kein Zahlungsziel vereinbart, sondern lediglich eine Zahlungsfrist angegeben wurde und der Kunde oder die Kundin dann nicht zahlt, befindet sich der Käufer (noch) nicht im Zahlungsverzug.

Das Unternehmen muss dann bei Privatkunden erst eine Zahlungserinnerung und danach gegebenenfalls eine Mahnung schicken oder kann bei Geschäftskunden gleich eine Mahnung auf den Weg bringen. Darin wird dann eine Zahlungsfrist gesetzt. Wird diese vom Schuldner, also dem Kunden, nicht eingehalten, befindet sich dieser im sogenannten Schuldnerverzug. Ab diesem Zeitpunkt darf das Unternehmen auch Mahngebühren und Verzugszinsen berechnen oder gleich einen Mahnbescheid schicken.

Näheres dazu regelt § 286 BGB. Falls jedoch in der Rechnung bereits ein Zahlungsziel genannt wurde, dann darf der Verkäufer auch ohne vorherige Zahlungsaufforderung das Mahnverfahren einleiten. Viele Firmen möchten jedoch ihre Kunden nicht gleich durch allzu drastische Maßnahmen abschrecken oder gar dauerhaft verlieren. Deshalb kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass auch bei einem gesetzten Zahlungsziel zunächst einmal eine freundliche und zumeist kostenlose Zahlungserinnerung ins Haus flattert.