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Weihnachtsdeko schon im November - darf man das?


Autor: Karin Seibold

Deutschland, Freitag, 06. November 2026

Weihnachtsdeko: Ist, wer früher schmückt, wirklich länger glücklich? Wir haben bei fränkischen Experten aus Psychologie und Volkskunde nachgefragt, welcher Termin in Sachen Deko der vielleicht beste ist.
Ist wirklich länger glücklich, wer früher für Weihnachten schmückt?


Schon in den Anfängen des November, kurz nach Halloween, beginnen manche, ihre Weihnachtsdeko aus Keller oder Dachboden zu holen. „Dabei kann man das so pauschal aber nicht sagen, dass früheres Dekorieren das Glück verstärkt“, erklärt die Psychologin Jasmin Lang aus Greding im Landkreis Roth. Vielmehr komme es dabei auf andere Faktoren an.

Lebkuchenduft und Lichter werden oft mit Kindheitserinnerungen verbunden

Der Duft nach Lebkuchen und Tannennadeln, glänzende Lichter und leuchtende Kugeln – häufig, sagt die Psychologin, seien es Kindheitserinnerungen, die damit verbunden werden. Die Vorfreude auf positive Erlebnisse kann dabei schon Glücksgefühle auslösen, erklärt sie. Sie sagt aber auch: „Die Frage ist dabei: Mache ich das für mich, oder weil ich glaube, die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen?“ Nicht der Zeitpunkt des Dekorierens sei wichtig, sondern die persönliche Bedeutung. Positive Erinnerungen, Vorfreude und Rituale seien dabei durchaus in der Lage, positive Gefühle auszulösen.

„Wer aber nicht gern dekoriert, wird damit auch keine Glücksgefühle verursachen“, sagt Lang. Und fasst zusammen: „Nicht der Zeitpunkt des Dekorierens ist entscheidend, sondern die persönlichen Empfindungen.“ 

Das sagt ein Volkskundler zum richtigen Termin für Weihnachtsschmuck

Doch wie ist es eigentlich Brauch mit dem weihnachtlichen Schmuck in Bayern und Deutschland? Das weiß der Volkskundler Prof. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger für Oberfranken und Honorarprofessor für Europäische Ethnologie an der Universität Bamberg. Wichtig ist Dippold eins: „Die Freude wird doch größer, wenn man sich Genuss aus der Vorfreude zieht.“ Deshalb rät er:

  • Mit Vorweihnachts-Deko bis mindestens Advent warten
  • Den Adventskranz zum 1. Advent aufstellen
  • Den Adventskalender klassisch bis zum 1. Dezember verstecken und dann erst hervorholen
  • Den Christbaum frühestens am Nachmittag oder Abend des 24. Dezember aufstellen und schmücken - an Heiligabend eben, dem Vorabend der Feier von Christi Geburt

 

Von Wintermärkten, die im September beginnen, und kunterbunten Weihnachtshäusern, die schon kurz nach Halloween die Nachbarschaften erleuchten, hält Dippold persönlich wenig. „Das hat mit Religion und Brauch nichts mehr zu tun“, sagt er. Dennoch solle jeder auf seine Art Spaß haben und glücklich werden – und wenn das mit einem Christbaum gleich nach Allerheiligen ist, sei das auch in Ordnung.

Das Abbauen von Weihnachtsschmuck und Christbaum terminiert Prof. Dippold laut Brauch dann auf das Fest „Maria Lichtmess“ am 2. Februar, genau 40 Tage nach Weihnachten. Manche, erzählt er, würden zwar schon an Heilig Drei König, am 6. Januar, den Baum aus dem Wohnzimmer entfernen. Aber grundsätzlich sei, mit Blick auf das Kirchenjahr, auch eine längere Zeit denkbar. „Mein Christbaum fliegt aber meist schon in der zweiten Januarhälfte raus, weil er dann so sehr zu nadeln beginnt“, verrät der Volkskundler, der auch stellvertretender Vorsitzender des bayerischen Landesvereins für Heimatpflege ist. Und ergänzt: „Das alles sind nur Tipps, das ist wichtig. Wir sind ja keine Brauch-Polizei.“ Und auch Psychologin Jasmin Lang sagt: "Jeder soll doch den Zeitpunkt wählen, der für ihn am besten ist."