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Wanzen im Haus - warum sie jetzt zur Plage werden können und was dagegen hilft


Autor: Alexander Böhm

, Donnerstag, 08. Oktober 2026

Im Herbst tauchen mitunter zahlreiche Wanzen an Fassaden, Fenstern oder sogar in Wohnungen auf. Mehrere Tiere an derselben Stelle wirken schnell wie ein Befall. Meist lässt sich das Problem einfach und ohne Chemie lösen.
Verschiedene Wanzenarten fallen im Herbst vermehrt an Gebäuden auf.


Warum kommen Wanzen im Herbst ins Haus?

Ein typischer Vertreter ist die Marmorierte Baumwanze. Laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sucht sie bei Temperaturen unter neun Grad und kürzer werdenden Tagen Winterquartiere auf. Dafür nutzt sie unter anderem Ritzen und Spalten in Häusern oder Schuppen sowie Bereiche unter der Baumrinde.

Auffällig sind vor allem größere Ansammlungen an sonnenbeschienenen Hauswänden. Die LfL weist darauf hin, dass die Marmorierte Baumwanze dort im Spätherbst immer wieder nachgewiesen wird. Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien und breitet sich seit Jahren in Deutschland aus. Im Obst- und Gemüsebau gilt sie als Schädling, weil sie an zahlreichen Pflanzen saugt.

Dass mehrere Tiere an derselben Stelle sitzen, bedeutet nicht automatisch, dass sie sich dort vermehren. Nach Angaben der LfL verlassen Marmorierte Baumwanzen ihre Winterquartiere bei Temperaturen über zehn Grad und beginnen erst später im Frühjahr mit der Paarung. Das Haus dient ihnen im Herbst also vor allem als geschützter Rückzugsort.

Welche Wanze ist ins Haus gekommen?

Nicht jedes Tier am Gebäude ist eine Marmorierte Baumwanze. Das Umweltbundesamt nennt etwa die Lindenwanze, die im Herbst ebenfalls an Fassaden oder auf Balkonen auftreten und in Wohnungen hineinfliegen kann. Sie wird nur bis zu sechs Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf und rötliche Flügeldecken.

Die Marmorierte Baumwanze erreicht dagegen eine Größe von bis zu 1,7 Zentimetern. Nach Angaben der LfL ist sie braun-grau gemustert und besitzt unter anderem helle Flecken auf dem Rücken sowie charakteristische weiße Bereiche an den Fühlern. Für Menschen sind solche herbstlichen Gäste in der Regel kein Gesundheitsrisiko. Grüne Stinkwanzen, Feuerwanzen und Gemeine Bodenwanzen sind laut Umweltbundesamt keine menschlichen Parasiten und übertragen keine Krankheiten. Manche Arten sondern bei Bedrohung allerdings ein stark riechendes Sekret ab. Zerdrücken sollte man sie deshalb besser nicht.

Davon klar zu unterscheiden ist die Bettwanze. Sie lebt in Innenräumen, versteckt sich zum Beispiel in Betten, Möbeln oder Ritzen und ernährt sich von Blut. Bei einem entsprechenden Befall empfiehlt das Umweltbundesamt eine professionelle Bekämpfung.

Was hilft gegen Wanzen im Haus?

Bei einzelnen Exemplaren ist kein Insektenspray nötig. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich: „Da sie nicht schädlich sind, sollten sie weder im Haus noch außerhalb mit Insektiziden bekämpft werden.“ Die Tiere lassen sich stattdessen mit einem Glas und einem Stück Pappe aufnehmen und nach draußen bringen.

Wer regelmäßig Wanzen findet, sollte mögliche Zugänge im Blick behalten. Ritzen und Spalten bieten der Marmorierten Baumwanze geeignete Verstecke. Engmaschige Fliegengitter an Fenstern und Türen können zusätzlich verhindern, dass Insekten in Wohnräume gelangen.